Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1919)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
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71 — Geschlecht. Nicht ohne Einfluß auf die berufliche Gliederung und die soziale Stellung eines Volkes ist seine Verteilung nach dem Geschlecht. Je größer der Frauenüberschuß ist, umso stärker wird der Anteil der Frauen am Berufsleben sein. Da sich die Lebensgefährdung des männlichen Geschlechts in den meisten Altersstufen ungünstiger stellt als die des weiblichen Geschlechts und andererseits eine ungleiche Wanderung stattfindet, ergibt auch die Zusammensetzung der Bevölkerung ein sehr verschiedenes und von Jahr zu Jahr wechselndes Zahlenverhältnis der Geschlechter. Von Jahrfünft zu Jahrfünft betrachtet, zeigt sich das folgende Bild: 1 [O c O m "fl-s Qirr\11r Ciftt rt rr iv-iin i 11 ll /c v \j 1 iv.v^i uiiü Jude n Auf je 100 Männer kommen rrauen Des m \v. m. w. \ o! | ues.-Bev.! J u d c n 1871 165 306 173 668 6867 6929 I 105 101 1880 221 522 23 - 347 8027 7997 103 100 1885 252 853 265 767 8363 8485 105 101 1890 308 535 313 995 8853 9024 102 1 102 1895 QQO K7/"\ o«j^ «_l 1 \J 349 062 a~-ir\ O'JIU 8798 ins! 103 1900 375 811 392 538 8786 9163 105 104 1905 433 5841) 441 294*) 97091) 9893l) 101 102 1910 500 5762) 507 1342) 93092) 96382) 102 i 104 Bei Hamburgs Gesamtbevölkerung3) ist das weibliche Geschlecht seit Jahrzehnten überwiegend. Die einzelnen Volkszählungen bestätigen diese Regel. Eine Abweichung läßt sich nur für das Jahr 1890 beobachten, in dem ein annäherndes Gleichgewicht (102 Frauen auf 100 Männer) vorhanden ist. Zum größeren Teil wird diese Veränderung durch die große tiiüwäüüefung u Der wiegend mamiiicner Personen nach 1888 und die mit den Zollanschlußarbeiten zusammenhängenden außergewöhnlichen Erwerbsgelegenheiten für Männer hervorgerufen worden sein. Ueberhaupt läßt sich allgemein beobachten, daß bei Wanderungen stets die Männer in der Ueberzahl sind, weil sie sich eher dazu entschließen fortzuziehen, um günstigere Arbeitsgelegenheiten aufzusuchen. In den Jahren 1905 und 1910 ist das Verhältnis der Geschlechter (auf 100 Männer kommen 102 rrauen) wieder ausgeglichener. h, P p i n f 111 ß f V.J L i . 1; i Li 1J L für 1905 durch die Mitzählung der augenblicklichen Auswanderer in den Auswandererx) inkl. der Auswanderer In den Auswandererhallen. 2) Wohnbevölkerung und nicht Ortsanwesende wie bisher. 3) Ich werde mich durchschnittlich auf einen Vergleich der Juden mit der Gesamtbevölkerimg beschränken. i n - *; v i; :; n i ir/' n x »_y i \y uui vii f \ i / \ i:<:r r 11 i1 r\ a. v-i X V, £-j U. £^ i LA A 1 K. i rw " iegung der Wohnbevölkerung an Stehe der Ortsanwesenden. Etwas abweichend stellt sich das Verhältnis der Geschlechter bei den Juden. Während sich bei den ersten Zählungen fast von einer Gleichheit der Geschlechter sprechen läßt (auf 100 Männer trafen in den ersten Jahrlünften 101, 100, 101 Frauen), macht sich ein allmählich erst ansteigendes Ueberwiegen der Frauen (auf 100 Männer trafen in den verschiedenen Zählungen 102,