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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1919) · p. Seite 72

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1919)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
Date
1919-05-01
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
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— 72 103, 104 Frauen) bemerkbar, das in seiner Höchstzahl dem der Gesamtbevölkerung fast gleichkommt. Noch instruktiver wirkt die Gegenüberstellung der Geschlechter bei der Zunahme der Bevölkerung. Zunahme Auf 100 Männer der Zunahme trafen Frauen bei Gesamtbevölkerung Juden m. w m. w. Ges.-Bev. Juden 1871/80 56 216 58 679 1880/85 31331 33 420 1885/90 55 682 48 228 1890/95 24035 35 067 1895/1900 43 241 43 426 1900/05 57 7731) 48 7561) 1160 336 490 - 343 276 9231) Dabei ergibt sich für die Gesamtbevölkerung, daß der Zuwachs der Frauen durchschnittlich ein größerer ist als der der Männer (auf 100 Männer trafen 104 und 106 Frauen, sei es infolge günstigerer Sterblichkeit oder geringeren Fortzugs). Ausnahmen sind nur die Jahrfünfte 1885/90 und 1900 05, infolge der schon erwähnten ungleichen Wanderungen. Die Jahre 1890/95 können durch die Choleraepidemie nicht zum Vergleich herangezogen werden. Anders bei den Juden. Von 1871/80 beruht ihre Zunahme noch zum größeren Teil auf überwiegend männlicher Bevölkerung, dann aber macht sich schon für die nächste Periode eine rapide und die Gesamtbevölkerung weit überholende Steigerung des weiblichen Geschlechts (auf 100 Männer trafen bis 145 Frauen) bemerkbar. Eine Senkung in den Jahren 1885/95 auf Grund der schon zitierten ungewöhnlichen Verhältnisse (auf 100 Männer kamen 108 Frauen und sogar nur 66 in der Choleraperiode) wird im Jahre 1895/1900 ausgeglichen und wieder eine Mehrzahl der Frauen festgestellt (auf 100 Männer kamen 132 Frauen). l) inkl. 1542 auf der veddei gezählte Auswanderer, dar. 805 Juden. 1068 488 mr\ OÖ6 226 356 7301» 104 106 86 146 101 QA yjn 09 «-> Qmd 145 108 66 132 79 Als Ursachen gelten die gleichen, wie die für die Gesamtbevölkei'ung angenommenen. Zu erklären bliebe nur noch das plötzliche unverhältnismäßig stärkere und steigende Ueberwiegen der Frauen bei der Zunahme der Juden. Segall2) meint, ftein je größerer Bruchteil des weiblichen Geschlechts beruflich tätig ist, umsomehr wird das weibliche Geschlecht in den Großstädten3) vertreten sein, weil hier namentlich für jüngere weibliche Personen, die wirtschaftlich selbständig fortkommen wollen, am ehesten hierzu die Möglichkeit sich bietet." Nun stehen aber im Jahre 1895 — wie hier schon vorweggenommen werden soll — nur 15 % aller jüdischen Frauen im Erwerbsleben gegen 25 % der übrigen weiblichen Bevölkerung, ein Unterschied, der in früheren Jahren noch bedeutender gewesen sein wird. Die Berufszählung 1907 zeigt dann bereits mit 19 % aller erwerbstätigen jüdischen Frauen eine Annäherung an die sich gleich 2) Siehe „Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in München 1875—1905", S. 8. s) Da das Hamburger Staatsgebiet zum größten Teil aus der Stadt Hamburg besteht und das Zahlenverhältnis der Geschlechter stark nicht erheblich abweicht von dem der Stadt, kann die Richtigkeit dieser Behauptung auch iür Hamburg hier geprüft werden.

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