Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1919) · p. Seite 70

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1919)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
Date
1919-05-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2650397-3187763-3187766-3194369--4899-3194385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 70 — zurückbleibt und ihr Anteil daher immer niedriger werden muß. Die Entwicklung der anderen Konfessionen zeigt nur bei den Katholiken bedeutende — hauptsächlich männlicher Personen — ist ihre Zahl über das sechsfache gewachsen, so daß man geradezu von einer Umtauschung des Prozentsatzes zwischen Katholiken und Veränderungen. Durch starke Zuwanderung j Juden sprechen kann. Auf je 100 Personen der Gesamtbevölkerung kommen Katholiken Juden m. w. zus. 0/ /o m. w. zus. % 1871 4879 2 892 7 771 2,3 6867 6929 13 796 4,1 1880 7 509 4 554 12 063 2,7 8027 7997 16 024 3.5 1885 9 523 5 876 1 X C!QQ •A- KJ\J*J 3,0 QQßQ K J'J J 8485 16 848 3,3 1890 14 535 8 909 23 444 3,8 8853 9024 17 877 2,9 1895 14 505 10 013 24 518 3,6 8510 8798 17 308 2,5 1900 -i o rz-i sz ±o üiü 12 388 30 903 4,0 8786 9163 17 949 2,3 1905 24869 15 770 40 639 4,7 9709 9893 19 602 2,2 1910 30 261 19 212 49 4731) 4,9i) 9309 9638 18 9471) 1,9 Zusammengefaßt ergibt sich, daß die Gesamtbevölkerung von 338 974 im Jahre 1871 auf 1 013 443 im Jahre 1910 angewachsen ist, also eine über dreifache Vermehrung erfahren hat, die laut Tabelle im Durchschnitt auf Wanderungsüberschuß beruht. Dahingegen ist die Anzahl der Juden in demselben Zeitraum von 13796 auf nur 18932 gestiegen, das ist eine Vermehrung um weniger als die Hälfte. Daraus erklärt sich die schon erwähnte Senkung ihres Anteils infolge geringeren Zuzugs — beschleunigt durchlaufen, ft .. „A-.'-i-i« ,,„.4?\,4 i ~ - Vi «sU *— ---J _ .. /iLioli III*- niivi j »iiO'-liCiiCii --- Iii öiCi^CUUei Anzahl. Aus diesen Tatsachen nun ohne weiteres einen Vergleich zwischen der Zunahme der Juden und der der Gesamtbevölkerung zu ziehen — wie es so oft geschieht - und daraus eine geringere Entwicklung der Juden zu deduzieren, verbietet sich aus mehrfachen Gründen. Vor allem dadurch, daß diese *) Wohnbevölkerung (nicht ortsanwes. Bevölkerung) bei dieser Zählung. Zuwachsrate zum größten Teil auf Wanderungsüberschuß beruht. Aber selbst wenn der Geburtenüberschuß als Maßstab der Entwicklung herangezogen werden würde, dürfte der Vergleich nicht stimmen. Ueberraschenderweise ist zwar der Prozentsatz des Geburtenüberschusses bei den Juden ein günstiger, für 1885/90 und 1895/1900 sogar ein größerer als bei der Gesamtbevölkerung, allein ihn bewirkten nicht die höhere Anzahl der Geborenen, sondern die größeren Ziffern der Nichtgeborenen. Ihre Geburtenrate wird — vergleichend — als eine niedrigere angesehen werden müssen. Bedenkt manierner, daß die Höhe der Geburtenrate von der Herkunft einer Bevölkerungfob Stadt oder Land), von Einkommen und Beruf, vom Altersaufbau abhängig ist, so wird man ohne weiteres zugeben müssen, daß die Juden — unter Berücksichtigung ihrer Taufen und Mischehen — V_J x-~> nur solchen Bevölkerungsgruppen vergleichsweise gegenübergestellt werden können, die seit Generationen Städter sind, einen analogen Altersaufbau und entsprechende berufliche und soziale Gliederung aufweisen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.