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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1919) · p. Seite 46

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1919)
Article
Krankheiten und Sterblichkeit bei den Juden und Nichtjuden in Amsterdam
Date
1919-01-01
Page
Seite 46 (sequence 3)
Language
German
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- U - Das Sterben an Tuberkulose bildet einen großen Abschnitt im Buche. Wie schon von anderen Autoren für das Ausland gefunden worden ist, so ist auch in Amsterdam diese Sterblichkeit bei den Juden viel geringer als bei den Nichtjuden. Dieses Referat würde, zu lang werden, wenn ich Tabellen darüber anführen wollte. Nur sei erwähnt, daß die Sterblichkeit an Tuberkulose im Durchschnittsjahre der Periede 1901-1913 pro 100000 Personen betrug (für Männer und Frauen) bei den Juden 129,90 und 97,24, bei den Nichtjuden 212,32 und 181,99. Auch die Sterblichkeit an Krebs ist bei den Juden niedriger als bei den Nichtjuden (also im Gegensatz zu dem Befunde von Rosenfeld für Wien). Bei den konstitutionellen Krankheiten ist die Sterblichkeit bei den Juden höher, so z. B. an Zuckerkrankheit pro 100 000 für die Juden (Männer und Frauen) 23,50 und 45,51, für die Nichtjuden 9,92 und 9,82. Ich habe gefunden, daß es mehr jüdische Geisteskranke gibt als nichtjüdische. So waren von 100 000 Personen am 1. Januar 1910 im irrenhause: Hochdeutsche Juden 513, Portugiesische Juden 563. Nichtiuden 322. Wenn wir / jr untersuchen wollen, unter welchen Formen die Geisteskrankheit unier den Juden auftritt, so sehen wir,daß diedegenerativenGeisteskrankheiten (Albania, Melancholie, Paranoia, Insania neurotica, Dementia mit Ausnahme von Dementia praecox und Jdiotie) mehr bei den Juden, und Dementia praecox und Insania toxiae (Alkohol) mehr bei den Nichtjuden vorkommen. Anch die Tabellen über die Nervenkrankheiten ergeben viel Interessantes. Die Juden haben in Amsterdam wie in anderen Städten eine größere Sterblichkeit an Herzkrankheiten als die Nichtjuden. So beträgt in Amsterdam im Durchschnittsjahre der Periode 1901-1913 die Sterblichkeit an Herz- und Gefäßkrankheiten pro 100 000 Personen. Juden Nicht-Juden Männl. 172,83 Männl. 120,83 weibl. 179,33 weibl 126,42 Auch in verschiedenen Altersklassen sehen wir eine Mehrsterblichkeit bei den Juden. Bei den Krankheiten der Atmungsorgane sind die Juden in günstigerem Verhältnis als die Nichtjuden beteiligt. Hier war die Sterblichkeit pro 100 000 Personen, Juden Nicht-Juden Männl. 149,08 . Männl. 232,74 weibl. 121,14 weibl. 199,62 Ich will hier einschalten, daß im Buche die Sterblichkeit für jede Krankheit der großen Bertil Ion'sehen Liste berechnet ist, aber es ist nicht möglich, hier dies alles vorzuführen; dafür verweise ich auf das Buch selbst. Die Sterblichkeit an Krankheiten der Speiseorgane, der Urogenitalorgane, die Pnerpernims, der Haut, der Bewegungsorgane, des Alters und der äußeren Todesursachen wird in den folgenden 10 Seiten eingehend besprochen, namentlich habe ich mich besonders mit dem Kapital „Selbstmord" befaßt, da auch in Amsterdam dieser bei den Juden mehr vorkommt als bei den Nichtjuden, wie es R. und L. Wassermann und Hirschberg in dieser Zeitschrift schon für andere Städte und Länder gefunden haben.— Die Kindersterblichkeit bildet ein besonderes Kapitel. Auch in Amsterdam ist sie bei den Juden niedriger. Pro 1 000 Lebendgeborene war im Durchschnittsjahre der Perioden die Kindersterblichkeit bei Juden Nichtjuden Männl. 72,73 Männl/140,41 weibl 66,82 weibl. 117,42

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