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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1919) · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1919)
Article
Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich
Date
1919-01-01
Page
Seite 38 (sequence 20)
Language
German
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- 38 HI. Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Galizien. Wir können auf eine eingehendere Besprechung dieses Themas umsomehr verzichten, als in den vorigen zwei Kapiteln alles Erwähnenswerte bereits hervorgehoben wurde und inzwischen die wirtschaftliche Lage unseres Volkes in Galizien in einem anderen Blatte von berufener Feder eine markante Schilderung erfahren hat.*) Worauf es uns hier ankommt, das ist, einen zusammenfassenden statistischen Einblick in die wirtschaftliche Gliederung unseres Volkes zu gewähren, wobei wir Erläuterungen und Ergänzungen auf das allernotwendigste beschränken müssen. Tabelle 16. Die galizischen Juden in den einzelnen Beruf sabteilungen. Berufsabteil. Juden Ganze gal. Bevölk. i§ bio-o bio lo S N »-J r3 r,r„^A-r \«s .!» « « u,u"u£" i.sv^ . r>! S C ■£» O 1) cJ3!>CQ §< n-..., j~ ^1 Ullvli. VonjelOOO Berufszug entf. auf d. Abteilung. Berufszugeh, Berufstätige Erwerbstätige Berufslose 871.804 342,742 316,953 544,8-r>l 1000 393 375 625 1 8,624,524! 1000 4,503.901! 561 4,384,314| 546 3,640,210 454 Die Juden zeichnen sich in Galizien durch einen niedrigeren Erwerbstätigenanteil als unser Volk im ganzen Staate aus, indem nur etwas mehr als ein Drittel dieser Bevölkerung dem Erwerbe nachgehen. Diese Ergebnisse sind auf den Löwenanteil, welchen unsere Angehörigen ohne Beruf für sich in Anspruch nehmen, ca. 60 vom Hundert der Bevölkerung, zurückzuführen. (Inwiefern sich hier die in Galizien nicht seltenen ungenauen Angaben bei der Volkszählung störend geltend machen, läßt sich nicht entscheiden.) Die unzweckmäßige, je- *) Siehe Dr. K o r k i s: Die. wirtschaftliche Lage der Juden in Galizien. Der Jude, Heft 7, 8, 9, Ii. Jahrgang 1917. der rationellen Arbeitsteilung hohnsprechende Belastung der produktiven Elemente findet auch in folgender Relation ihren Ausdruck. Auf je 1000 Berufstätige entfallen, wie wir sahen, bei unserem Volke in Oesterreich 1320 Angehörige ohne Beruf und 20 Dienende; in Galizien sind es viel mehr: 1518 Angehörige und 25 Hausdienerschaft. Diese Zahlen sprechen für sich selbst. Was nun die Besetzung der einzelnen Berufsklassen betrifft, haben wir bereits das Nötige hervorgehoben; hier sei noch auf die Ergänzungsdaten der Tabelle 17a hingewiesen. Wenn wir, um eine bildliche Vergleiehbarkeit der Zahlen herzustellen, vom Industriegehalt des Jahres 1900 das Gast- und Schankgewerbe (dem auch ein Teil der Nahrungsmittelindustrie beigeschlossen wurde) ausschalten und dem Handel zuzählen, kommen wir zu folgenden Ergebnissen. Am meisten hat die Zahl unserer Berufstätigen im Handel, um 70 1T3 Personen zugenom- ' "'" ~ ~„ ö men:|:), dann folgt die * Industrie mit einer Zunahme von 28466 Personen, während die Landwirtschaft 2932 Berufstätige eingebüßt hat.**) Bemerkenswert ist, daß während die berufstätige Bevölkerung in Galizien um 53 vom Hundert in der Industrie und 42 im Handel im Laufe des letzten statistischen Zeitabschnittes zugenommen hat, wir uns im Handel am meisten, um ca. 67 vom Hundert unseres früheren Bestandes vermehrt 11 ■«? 1 « 1 i 11T .1 .i . rsos^ciri ' r.-'s.'YQn'Ckti r^sciirtT linear \a/o r»m fr; i rrs £?_ xici.iL/v_.jU j vÄCl^V».^\».ii k/ix^iu i. hüov^i vv ctwilOv -üo tempo in der Industrie nicht viel über dem *) Diese Zahlen machen keinen Anspruch auf Exaktheit, da unter anderem auch die.Gruppe „Lohnarbeit wechselnder Art", die wir jetzt in die Handeisklasse einbeziehen, in den Berechnungen für 1900 einen anderen Platz einnimmt. **) Eine ähnliche Berechnung für Berufszugehörige läßt sich wegen Verschiedenheit in der Einrechnung der Hausdienerschaft schwer bewerkstelligen, doch ist die Abnahme derselben in. der Landwirtschaft auf mindestens 22.627 Personen zu schätzen.

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