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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1919) · p. Seite 37

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1919)
Article
Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich
Date
1919-01-01
Page
Seite 37 (sequence 19)
Language
German
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37 — Im folgenden wollen wir noch den Anteil der Juden an der Produktion der einzelnen Kronländer untersuchen, wozu uns Tabelle 15 als Wegweiser dient. Die Juden nehmen in allen Kronländern einen über dem durchschnittlichen Bevölkerungskoeffizienten stellenden Anteil im Handel und in den öffentlichen Berufen ein; Tabelle 15. Von je 10Ö0 der in den seitlich angeführten Ländern und obenstehenden Berufsklassen und Berufsabteilungen zugehörigen Bevölkerung sind Juden; Länder Berufsklassen und Abteilungen Von je 1000 der anwesend Bevölker. sind Jud. B Land- und Forstwirtschaft B. Industrie und Gewerbe C. Handel und Verkehr D 1. Oeffentl. Dienst, freie Berufe usw. D. D2. Aktives Militär . D3. Von Rent. u. Unterstütz. L ebende usw. Galizien . . . 16 281 599 189 53 166 109 Bukowina . . . 22 306 629 242 67 273 129 Niederösterreich . . ~1 36 116 62 27 66 52 Böhmen . e . , ♦ 9 *B 6 52 22 11 20 13 Mähren , 1 11 73 31 17 26 16 Schlesien. . . . . 1 10 93 rw^s 1 Q 1 o 17 -*~ i 18 Zusammen in Oesterreich . . , 8 43 192 68 24 51 46 in der Industrie gelingt dies dank dem vorwiegend agrarischen Charakter der Landesbevölkerung nur den Juden Galiziens und der Bukowina. (Die galizische Bevölkerung ist nur mit 9 vom Hundert in der Industrie beteiligt, die der Bukowina mit 10.) Diesem Umstände ist es auch zuzuschreiben, daß wir in der galizischen Landwirtschaft nur 1,6, in der Bukowina 2,2 vom Hundert der landwirtschaftlichen Bevölkerung erreichen. Auch die letzte Berufsabteilung D 3 mit Ausnahme von Schlesien hat in allen Kronländern eine verhältnismäßig stärkere jüdische Besetzung, doch bildet Galizien in dieser Hinsicht insofern eine Ausnahme, als es sich hier hauptsächlich um herabgekommene wirtschaftliche, von Unterstützung u. dergl. lebende Elemente handelt (z. T. sind es auch die vielen jüdischen Hochschüler, welche ihr Uebergewicht hier zur Geltung bringen); und was im Westenein MerkmaldesWohlstandes ist, bedeutet hier einen Gradmesser des wirtschaftlichen Elends. Außer diesen rein beruflichen existieren noch zwischen Ost und West s o z i a 1 e Differenzen, indem die Westjuden des Staates ein ansehnliches Kontingent von Betriebsleitern und Beamten an großkapitalistisch organisierte Unternehmungen abgeben und somit eine bedeutende Oberschicht der jüdischen Bourgeoisie besitzen, während die Ostjuden den oben skizzierten kleinkrämerischen und kleingewerblichen Mittelstandstypus en masse vertreten. Damit können wir den allgemeinen Teil über die wirtschaftlichen Merkmale der Juden in einzelnen Kroniändern als abgeschlossen betrachten und wollen nun der überwiegenden Bedeutung wegen, die unser Volk in Galizien für die österreichische Judenschalt besitzt, ergänzende Daten über die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Galizien bringen, umso mehr, als wir dank dem wohlwollenden Entgegenkommen seitens der K. K. statistischen Zentralkommissiou in Wien über Materialien verfügen, die zum Teil zur amtlichen Veröffentlichung nicht bestimmt waren.

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