Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1916)
- Article
- Gebrechlichkeit der Juden in Groß-Berlin
- Date
- 1916-07-01
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2650397-3187759-3187762-3194179--4785-3194249- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 107 Auf je lüOOO Personen der Blinde Taubstumme Geisteskranke Geistesschwache Gebrechliche überhaupt Gesamtbe Völkern n » in Berlin Juden in Berlin 5,3 5,:> 6,7 12,9 4,2 O 'r\ 15,1 lo.5 31,4 31,3 Juden in den fünf Stadtkreisen 5,3 10,4 14,4 y,5 39,7 men eine viel größere Quote. Nur hini Gehen wir nun dazu über, die Masse sichtlich der Blinden zeigen die drei Koj der Gebrechlichen nach ihren natürlichen lumnen Uebereinstinimimg, jede der drei! und sozialen Eigenschaften zu gliedern, anderen Gruppen weisen sehr wesentliche j Als erstes Unterscheidungsmerkmal kommt Verschiedenheiten auf. I naturgemäß das Geschlecht in Bedacht. Stadtkreise Blinde in \v Tnubs m lumne \v Geisteskranke m w Geistesschwache in w Gebrechl. III; überh. w Berlin 26 23 77 40 w CO 8 52 43 16b 114 Gharlottenbur« 4! 3 10 4 43 58 11 S 68 74 Schöneberg 4 1 1 Li *) 13 20 2 4 21 27 Wilmersdorf 3 i 5 *> 5 9 1 4 3 IS 14 Neukölln 1 | 1 1 — 2 ') 4 3 Lichtenberg i : — 16 16 — — 17 IG Unter den Blinden überwiegt das männliche Geschlecht, wenn auch nicht sehr bedeutend. Unter den 71 Blinden waren 39 männlich und 32 weiblich, also waren unter 100 blinden Juden 55 männlich. Bei der Gesamtzahl der Blinden in Berlin, die 1098 betrug, war das Verhältnis derart, daß von je 100 Blinden 50,2 männlich waren. Es herrschte also nahezu Gleichgewicht der Geschlechter. Aus welchem Grunde bei den Juden das männliche Geschlecht etwas stärker vertreten ist, läßt sich aus den absoluten Zahlen, die zudem noch sehr klein sind, nicht ersehen. Es mag dies vielleicht darauf zurückzuführen sein, daß die männlichen blinden Kinder von auswärts in stärkerer Anzahl als die weiblichen in die Großstadt gebracht werden, um hier in Anstalten oder Privatpflege zu leben. Viel größer ist der Unterschied der Geschlechter bei den Taubstummen ausgeprägt. In Berlin gab es nahezu doppelt soviel männliche als weibliche Taubstumme, ebenso in Charlottenburg. Für die übrigen Orte sind die Zahlen zu gering, um irgend welche Schlußfolgerungen ziehen zu können. Auch unter den Taubstummen innerhalb der Gesamtbevüikerung Berlins überwog das männliche Geschlecht ganz bedeutend. Es standen nämlich 814 männlichen 583 weibliche Taubstumme gegenüber. Daß der Ueberschuß des männlichen Geschlechts nicht eine auf Berlin allein beschränkte Erscheinung ist, ergibt sich daraus, daß in der Zählung 1910 für ganz Preußen 18561 männliche und 16 031 weibliche Taubstumme ermittelt wurden. Eine Begründung dieser auffallenden Tatsache haben wir nicht finden können. Wir müssen es uns auch versagen, hier den Gründen, welche für die Entstehung und Verbreitung der Taubstummheit wissenschaftlich angeführt wer»