Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1916)
- Article
- Gebrechlichkeit der Juden in Groß-Berlin
- Date
- 1916-07-01
- Page
- Seite 108 (sequence 4)
- Language
- German
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— 108 — den, näher nachzugehen, da es ja uns in erster Linie nur darauf ankommt, ein Bild der tatsächlichen Verhältnisse zu geben. Daß unter den Geisteskranken und Geistesschwachen das männliche Geschlecht in viel stärkerein Maße als das weibliche vertreten ist, ist eine so allgemein bekannte Erscheinung und der Grund hierfür liegt so klar zu Tage, daß er nicht besonders erwähnt zu werden braucht. Umso eigentümlicher muß es berühren, daß in Chariotteuburg weit mehr weibliche als männliche Geisteskranke vorhanden sind. Den 43 männlichen standen 58 weibliche gegenüber. Wir sind ijier lediglich auf eine Vermutung angewiesen; da sich das Ueberwiegen der Krauen fast nur in den höheren Altersklassen zeigt und nur bei den außerhalb Groß-Berlins — im sonstigen Preußen — Geborenen, ist anzunehmen, daß die Angehörigen von weiblichen geistes- oder gemütskranken Personen diese in Sanatorien und Privatanstalten, deren es in Charlottenburg mehrere gibt, unterbringen. gens für Schöneberg, Das gleiche gilt übriwo ebenfalls relativ viel mehr weibliche als männliche Geisteskranke gezählt worden sind. In Berlin sind geradezu auffallend wenige Geisteskranke ermittelt worden. Es waren im ganzen unter den Juden 21 vorhanden, darunter 13 männliche und 8 weibliche. Es sind eben die Berliner Geisteskranken zum größten Teil in den städtischen Irrenanstalten Dalldorf, Herzberge, Buch, Wuhlgarten untergebracht. Die Unterscheidung der Geschlechter bei den Geistesschwachen zeigt keine Eigentümlichkeit. Das männliche überwiegt sowohl in Berlin wie in Charlotteuburg. Daß die absolute Zahl der Geistesschwachen in Berlin größer ist als jene der Geisteskranken, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß die Anstaltsfürsorge für Geistesschwache nicht so gut entwickelt ist, wie für Geisteskranke. Betrachten wir nun den Altersaufbau. 1. Berlin Alters¬ Blinde Tai ibstuin me Geisteskranke Ge isteschw. Gehieclil. zus. aufbau tri w zus. in w zus. rn w zus. in " vT zus. rn w zus. 0-10 •3 3 4 3 7 7 3 10 10-20 2 _ 2 Ö 6 12 — 2 2 9 8 IT 17 16 33 20- 30 T 1 2 14; 4 IS 3 I 4 12 7 19 30; 13 43 30- 40 2 2 4 23! 12 35 3 -> 5 0 4 10 34 20 54 40-50 4 2 <; 19 1 1 30 3 _ 3 6 6 12 32 19 51 50 -60 7 5 12 0 3 9 1 1 T C) 13 20 15 35 60 — TO 4 fi 10 4 <> ') 7 2 i 1 3 4 s 12 14 18 32 über 7ü 6 7 13 2 1 3 2 i 3 4 1;.) U m 24 Zus, 26 23 49 ^7 40 : 117 13 j 8 21 52 43 95 168 114 282 2. Charlott* änburg 0-10 _ _ 1 1 9 _ _ 1 1 o 2 10-20 _ - — _ — 2 1 3 2! O 5 2O-S0 — — 3 1 A -t 1 3 4 4! 2 0 9 I 6 15 30- 40 1 2 3 1 1 12 8 20 1 1 2 18; 18 36 40 50 1 — 1 2 __. 2 11 13 24 1 3 4 18! 16 34 50-60 — .._ - 4 ..... 4 10 14 24 1 [ 1 2 10; 13 23 60—70 •> I 3 — i 1 4 14 18 2 2 8 \ 11 19 über 70 1 1 — 5! 5 10 ~ ') \ .) 7 Zus. 4 4 8 10 : 4 14 43 58 101 11 8 19 68 | 74 142