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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 106

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Gebrechlichkeit der Juden in Groß-Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 106 (sequence 2)
Language
German
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— 106 Tab. 1. Gebrechliche bei Juden u. Gesamtbev. Stadtkreis Blind auf beiden Augen Taubstumm Gesamtbevülkerung Geistes- Geistes- Gebrechkrank schwach liehe allein allein ^überhaupt Blind auf inubbeiden stUnim Äugen Juden Geistes Geistes Gekrank aHein schw. allein brechl. überh. 1098 1:197 8TS 3 HO 6513 49 117 21 95 282 101 142 003 337 1223 8 14 101 19 142 20 42 410 125 60V) 5 4 \>v> 6 48 36 50 88 213 8 / 10 7 32 :y-) 125 5i) 352 591 1 1 1 i 4 7 19 53 I210> 102 1390 1 32 — 33 Berlin Charlüttenburg Schöiieberg Wilmersdorf Neukölln Lichtenberg vertreten. Ihre Zahl beläuft sich auf 3140, d. i. nahezu die Hälfte aller Gebrechlichen, dann folgen erst in weitem Abstand die ■ Taubstummen (1397=21,4 %\ die Bünden 1098=16,8 %) und an letzter Stelle die \ Geisteskranken 878=13,5 %). Die Verschiedenheit in der Zusammenj setzung der jüdischen Gebrechlichen in den j einzelnen Stadtkreisen, vor allem der Gej gensatz zwischen Berlin und den anderen I Orten ist bemerkenswert. Sie könnte mit! dem Vorhandensein von Anstalten zusammenhängen, welche für die eine oder ani dere Kategorie von Gebrechlichen in den j verschiedenen Orten existieren. Es können j dies staatliche, städtische oder auch private Institute sein. Ohne genaue Kenntnis dieser Verhältnisse ist es jedenfalls gewagt, eine Berechnung der Gebrechlichen auf die jüdische Gesaintbevölkerung der betreffenden Gemeinden vorzunehmen. Wir wissen nur Folgendes. Eine jüdische Blinden- und Taubstummenanstalt existiert weder in Berlin noch in den übrigen von uns behandelten Städten. Wir wissen ferner, daß die hohe Ziffer der Taubstummen in Berlin nicht auf eine interkonfessionelle Taubstummenanstalt zurückzuführen ist, die in Berlin ihren Sttz hat und jüdische Insassen zählt, denn unter den 117 jüdischen Blinden sind nur 2 Anstaltsinsassen. Wir werden diesen; Punkt au anderer Stelle, wo wir im Zusammenhang die Anstalten für Gebrechliche in Groß-Berliu behandeln werden, betrachten. Hier mag diese Erörterung nur den Grund dafür angeben, weshalb wir uns mit den absoluten Zahlen begnügen. Faßt man die Gesamtzahl der jüdischen Gebrechlichen in den fünf Orlen zusammen, so betrug sie 544. Darunter sind Blinde 72, Taubstumme 143, Geisteskranke 198, Geistesschwache 131. In Prozenten ausgedrückt verteilen sich die einzelnen Gruppen folgendermaßen: Blinde 13,2%, Taubstumme 26,3 %, Geisteskranke 36,4 % und Geistesschwache 24,1 %. Darnach ist die Stufenfolge der Gebrechlichkeit innerhalb der Gesamtheit der jüdischen Bevölkerung in den fünf Stadtkreisen: Geisteskrankheit, Taubstummheit, Geistesschwäche und Blindheil. Stellt man nun die Berechnung der Gebrechlichen auf je 10000 Personen der Gesamtbevölkerung, bezw. jüdischen Bevölkerung in Berlin und in den fünf Stadtkreisen zusammen auf, so erhält man folgendes Bild: (Tab. 2.) Darnach entfallen auf je 10 000 Juden Berlins eben so viele Gebrechliche wie auf je 10 000 Personen der Gesamtbevölkerung, hingegen trifft auf die jüdische Bevölkerung- Berlins und der anderen Stadtkreise zusam-

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