Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1916)
- Article
- Die Wohnverhältnisse der minderbemittelten jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. vor dem Kriege
- Date
- 1916-07-01
- Page
- Seite 99 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2650397-3187759-3187762-3194178--4776-3194241- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 99 — 400 M. Einkommen im Monat 1 mal. In 6 Fällen fanden wir die Angabe, daß das Einkommen gering war, jedenfalls nicht über 40 M. monatlich betrug, in 44 Fällen war das Einkommen als unbesimmt, unregelmäßig oder wechselnd bezeichnet. In 13 Fällen hatten die Befragten im Augenblick der Untersuchung von Seiten ihrer I Haushaltsverstände gar kein Einkommen, j Zusammenfassend können wir also sagen, daß in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle das Einkommen des Haushaltungsvorj Standes 100 M. im Monat nicht über- \ stieg. Sehen wir nun zu, wie sich die j Einkommensverhältnisse gestalten bei Hinzurechnung des monatlichen Verdienstes der Familienmitglieder zu dem des Haushaltsverstandes. Gar kein Einkommen auch bei dieser Zusammenfassung hatten 3 Haushaltungen. Ein Einkommen von 10—25 M. hatten 8 25-50 „ „ 24 51-—75 „ „ IG 76-100 „ „ 79 101 — 120?, „ 22 125—150 „ „ 23 160 „ „ 9 180 8 200 „ „ 5 230 „ „ 3 250 „ „ 1 270 „ „ 2 290 „ „ 2 350 „ „ 1 375 „ „ 1 Unbestimmtes Einkommen gaben 22 an. Bei einem Vergleich des monatlichen Einkommens über und unter hundert Mark ergibt sich die Verhältniszahl: 126/76; die überweigende Mehrzahl hatte auch jetzt noch ein Höchsteinkommen von M. 100. —; immerhin haben wir im Vergleich zu den Einkommen nur aus Verdienst des Haus^ haltungsvorstandes (155 unter, 39 über 100 M.) ein entschieden günstigeres Verhältnis. Prüfen wir noch, wieviel Personen beim Zustandekommen der -Einkommen von M. 200 und darüber jeweils beitragen mußten, so ergibt sich, daß dies in 6 Fällen 2 Personen, „ 6 Fällen 3 Personen, „ 4 Fällen 4 Personen, „ 1 Falle 5 Personen, „ 1 Falle 6 Personen, waren. Bevor wir zur Gegenüberstellung von Verdienst und Mietzins schreiten, haben wir dem Aftermieterwesen oder — Unwese n erst einige Aufmerksamkeit zu widmen, weil dieses einerseits eine Verbilligung der Wohnung mit sich brachte, andererseits auch Mißstände bedingte. Häufig nämlich ermieten die Leute gerade mit Rücksicht auf die Möglichkeit, aus der Aufnahme von Untermietern Nebenverdienst zu erzielen größere Wohnungen als nötig, sahen sich in ihren Erwartungen aber meistens getäuscht Denn recht oft bleiben ein oder gar zwei Zimmer unbesetzt und statt des Nutzens entstand ein Schaden. Auf die hygienisch ethischen Fragen, die mit dem Halten von Untermietern und Schläfern zusammenhängen, haben wir oben bereits hingewiesen und können uns darum mit Bezug darauf hier mit der Bemerkung begnügen, daß von dieser Seite aus bei unserm Material ernsthaftere Bedenken gegen das Halten von Aftermietern nur in ganz vereinzelten Fällen, grundsätzlich dagegen nicht erwuchsen. Anders liegen die Verhältnisse in der Richtung des Wirtschaftlichen. Wir wir schon anführten, wurden in 128 Wohnungen Aftermieter gehalten. Insgesamt stellten wir in diesen Behausungen 209 Untermieter fest und zwar 133 männliche und 76 weibliche. In 38 Fällen hielt eine Familie 2 Unter-