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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 100

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Die Wohnverhältnisse der minderbemittelten jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. vor dem Kriege
Date
1916-07-01
Page
Seite 100 (sequence 10)
Language
German
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— 100 — mieter, in 19 Fällen 3 Untermieter, in 2 Phallen hatte eine Familie 4 Untermieter. Der Erlös von Seiten des einzelnen Untermieters schwankte in fast allen Fällenzwischen 10 und 20 Mark im Monat. In vereinzelten Fällen wurden nur 6 bis 8 M. und andererseits mehr als 20 M. für die einzelne Person (bis zu 30 M. in einem Falle) bezogen. Prüften wir die Rentablität der Aftermiete, indem wir ausrechneten, wieviele Zimmer eine Familie nach Zahl ihrer Mitglieder bewohnen sollte, wieviele sie in Wirklichkeit bewohnte und wie hoch der Mietszins für die wieder vermieteten Zimmer belief, so erwies sich die Aftermiete in 66 unserer Behausungen mit Aftermiete als zweckmäßig, in 33 Fällen hinwiederum als höchst unwirtschaftlich. Freilich erübrigten die Leute auch in der ersten Gruppe nur einige Mark (meisten 2—5 Mark) aus der Aftermiete, während sie in den 33 gegenteiligen Fällen weniger erzielten, als der Mietzins der einzelnen Zimmer für sie betrug. 8 Familien unseres Beobachtungskreises wußten keine andere Einnahmequelle anzugeben als die aus Aftermiete. Eine genaue Ueberprüfnug dieser Fälle zeigt deutlich, wie unwirtschaftlich unter Umständen die Ermietung von mehr Räumen als nötig und deren Weitervermietung sich gestalten kann. Die eine dieser Familien bewohnte eine Zeit lang mit ihren Mitgliedern 4 Zimmer und bezog aus Aftermiete (angeblich!) nur 15 M. während der Mietspreis der Wohnung 60 M. betrug. Später hatte sie dann eine nur 3 zimmrige Wohnung für 45 M. inne, und konnte trotzdem aus Aftermiete noch 15 M. erheben. Im 2. Falle dieser Gruppe war die Ausnutzung der Wohnung noch unwirtschaftlicher : hier hatte eine sechsköpfige Familie eine Wohnung zum Preise von 53 M. inne und hatte 2 Zimmer für 22 M. ab- | vermietet an 3 Personen. Der 3. diesbezügliche Fall ähnelt dem ersten insofern, als hier 4 Personen 3 Zimmer zu 48 M. ermietet hatten und 1 Zimmer für 16 M. abvermieteten; später nahmen sie dann in einer anderen 3 zimmrigen Wohnung zum gleichen Mietzins aus Aftermiete von 3 Untermietern 41 M. (für 1 Zimmer). Nur in 8 Behausungen fanden wir Pflegekinder, konnten aber allein in 2 Stellen aus den Aufzeichnungen feststellen, wieviel Pflegegeld gezahlt wurde. Dies betrug in einem der Fälle 35 M., im andern 50 M. pro Monat. Daß diese Einnahmequelle von seiten des jüdischen Proletariats ganz im Gegensatz zur gleichen nichtjüdischen Bevölkerungsschicht nicht häufiger benutzt o o wird oder wichtiger werden kann, spricht zum Lobe der jüdischen Kinderfürsorgetätigkeit in Frankfurt a/M. Es ist uns bekannt, ohne daß wir darüber Zahlenangaben zu machen vermöchten, daß früherin diesen jüdischen Kreisen weit mehr Pflegekinder gehalten wurden. Aus hygienischen Gründen erachteten es jedoch die entsprechenden Fürsor- | gesteilen für angezeigt, diese Pflegestellen | im Laufe der Zeit aufzuheben und möglichst I auf's Land oder in ein Frankfurter Kinder- | heim zu verbringen. | Für die Gestaltung der wirtschaftlichen j Lage fiel schließlich auch noch die regel- | mäßige Unterstützung in die Wagschale,; die den meisten der Familien in Form mo- | natlicher Almosen, von Kohlen oder Nah- I rungsmitteln zuteil wurde. Nur in 44! unserer Fälle wurde glaubhaft behauptet! daß kein Almosen bezogen wurde. Die | Höhe der regelmäßigen Unterstützungen, j die hauptsächlich als Zuschuß zum Mietzins | gedacht sind und in der Regel durch den! Almosenkasten erfolgen, mitunter daneben | oder ausschließlich von privater Seite, | schwankt in unserm Fragebogen zwischen

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