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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 98

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Die Wohnverhältnisse der minderbemittelten jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. vor dem Kriege
Date
1916-07-01
Page
Seite 98 (sequence 8)
Language
German
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— 98 -4 chen, so ergibt sich die Verhältniszahl 1.13: 103. Es ist dies angesichts des Vorwurfs der Scheu vor körperlichen *Arbeiten, die man so oft gegen die Juden der deutschen Großstädte erhebt, gewiß ein interessantes Ergebnis. Freilich müssen wir an dieser Stelle auch unsere Wahrnehmung vermerken, daß eine ganze Anzahl von Handwerkern unseres Beobachtungsmaterials ihre Kinder nicht wieder dem Handwerk zuführen, sondern dem Handel und Gewerbe. Die Angaben bezügl. der Art der Lehrstellen sind bei den Kindern zu ungenau, als daß wir Zahlen hätten festhalten können. Man darf aber angesichts dieser unzweifelhaften Tatsache selbst den Schluß ziehen, daß das Handwerk in unseren beobachteten Kreisen keinen goldenen Boden hat. Was nun überhaupt das Einkommen des von uns untersuchten Menschenkreises anbelangt, so haben wir unsere Untersuchungen sowohl aut die Einkünfte aus gewinnbringender Beschäftigung des Haushaltungsvorstandes, als auch der übrigen Familienmitglieder ausgedehnt. Wir haben die Einkünfte aus der Aftermiete in Betracht gezogen und schließlich die regelmäßigen Unterstützungen durch Vereine und Einzelpersonen. Hierbei sind wir uns aber des durchaus bedingten Wertes dieser Zahlen bewußt geblieben. Gar zu häufig weckten die Aussagen der Leute über die Höhe der Almosen von privater Seite größte Zweifel, insbesondere, da wir häufig sehen mußten, daß die Wohnungsmiete ein Vielfaches ihrer Gesamteinkünfte betrug. Wir nehmen daher an, daß aus selbstischen Gründen die Leute bewußt unrichtige d. h. zu niedrige Einkünfte den sie besuchenden Damen angaben. Eine weitere Schwierigkeit erwuchs der zahlenmäßigen Erfassung des Einkommens aus dem Umstand, daß garnicht selten Unterstützungen nicht in barem Gelde, sondern in Naturalien (Nahrungsmitteln, Kohlen, Kleidern) erfolgte. Nichtsdestoweniger wollen wir die bei den Erhebungen gefundenen Zahlen festhalten, da in einer Reihe | von Fällen unsere Zweifel auch unberech- I tigt sein mögen, indem angesichts des oft i wechselnden Einkommens der Familienj häupter, besonders der Hausierer und Alt- I händler, die Angaben wenigstens für den | Augenblick der Erhebung zutreffend gewe- I sen sein dürften und unsere Zahlen immerj hin ein annäherndes Bild zu geben verj mögen. j Da es sich für uns bei den Feststellungen nicht einfach um ein rein zahlenmäßiges Ergebnis handelt, sondern wichtiger erschien, Vergleichsdaten von Verdienst und Ausgaben an Mieten zu erhalten, so hielten wir es für angezeigt, bei diesem Abschnitt unserer Untersuchungen nicht auf die Zahl I der Bewohner, sondern auf die der Woh- I nungen selbst rechnend, zurückzugreifen. | Wir haben also die gleichen Familien in unterschiedlichen Wohnungen wiederholt in Berechnung gezogen, da ja in den verschiedenen Wohnungen der Mietzins wechselte, mitunter auch das Einkommen ein anderes geworden war. Dies ist nun das Ergebnis unserer Zusammenstellung, zunächst nur vom Einkommen der Haushaltungsvorstände. Es wurde angegeben: 20—32 M. Einkommen im Monat 6 mal 40-50 „ „ „ „ 22 „ 60 „ „ „ „ 11 „ 70—80 „ „ „ „ 49 „ 90-100 „ „ „ 46 „ 110-120 „ „ „ „ 21 „ 140 „ „ „ „10 „ j 160 M , 3 „ 200 „ „ „ , 1 „ 'MO 9 , — ji ff ft n — " 260 „ „ „ „ 1 „

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