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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 70

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Bevölkerungsbewegung der Juden in Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 70 (sequence 14)
Language
German
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tischen gemischten Ehen viel zahlreicher geworden sind, als sie es vordem waren. Dies zeigt sich, wenn auch in abgeschwächterem Maße in dem Verhältnisse der Mischehen zwischen evangelischen Männern und jüdischen Frauen. Auch hier sind die Zahlen seit 1899 nicht unbeträchtlich höher als früher. Für die Katholiken gilt nicht das soeben für die Evangelischen Gesagte. Bei ihnen zeigt sich gerade die entgegengesetzteErscheinung. Von demselben Zeitpunkt ab, wo bei den Evangelischen die Mischehen außerordentlich ansteigen, beginnt bei den Katholiken ein Rückgang einzutreten. Bis 1898 haben die Eheschließungen zwischen katholischen Männern und evangelischen Frauen langsam zugenommen. Von da ab setzt der Abstieg ein. Es ist nicht ausgeschlossen, daß zwischen dem Ansteigen der evangelischen und dem Nachlassen der katholichen Mischehen ein innerlicher Zusammenhang existiert, indem vielleicht angesichts der herrschenden Tendenz die Beziehungen zum Glauben zu lockern, bei den Katholiken Bestrebungen zur Festigung desselben einsetzten. Doch sind dies nur Vermutungen, und es wäre eine Studie für sich, diesen Fragen sorgfältig nachzugehen. Es ist indessen nicht ausgeschlossen, daß I auch wirtschaftliche Verhältnisse schuld sind, j da ja Ende der 90er Jahre wiederum ein Sinken der Konjunktur begann. Die jüdischen Mischehen, sowohl die von jüdischen Männern mit evangelischen Frauen als evangelischen Männern mit jüdischen Frauen, haben in diesen Jahren eine mächtige Steigerung erfahren. Die Zahl der Eheschließungen letztgenannter Art war im Jahre 1900 mehr als doppelt so hoch als im Jahre 1895 und wurde auch in keinem folgenden Jahre mehr übertroffen. Ebenso waren die Eheschließungen ersterer Art durchweg beträchtlicher als in den vorangegangenen Jahren mit Ausnahme des Jahres 1900 und erreichten im Jahre 1899 die Höhe von 120 die erst 1905 wieder erstiegen wurde. Merkwürdigerweise erfolgte auch bei den Juden im Jahre 1900 ein starker Rückschlag, der, wie wir bald sehen werden, auch in den nächsten Jahren anhielt. Betrachten wir nunmehr das Jahrzehnt 1900 bis 1910 im Zusammenhange. Das Charakteristische für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Zeitstrecke ist die Unsicherheit, die Unbeständigkeit. Wie wir bereits oben kurz bemerkt hatten, zeigten sich schon zu Ende des Jahrhunderts Anzeichen einer beginnenden Depression, die aber erst 1902 zum Ausbruch kam und bis gegen 1904 anhielt. Dann besserten X Jahr: Zuzüge : Fortzüge : Mehr Zubez. Fortzug: Eheschließungen : 1900 250881 223212 27671 20756 1901 232271 243004 - 10733 19838 1902 238602 239554 -953 19138 1903 254070 235567 18503 20141 1904 265627 238445 27178 21220 1905 287860 248297 38650 22276 1906 291459 262279 12308 23245 1907 273688 272256 15716 23313 1908 244060 265273 - 35961 21799 1909 251983 252350 .....13780 21202 1910 263391 263130 261 21848

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