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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 69

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Bevölkerungsbewegung der Juden in Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 69 (sequence 13)
Language
German
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- 6V) war auch hier die kräftigste Zunahme, sodann erfolgte eine ziemlich gleichmäßige Steigerung bis gegen Ende des Jahrhunderts. Die Zuwachsziffern von 1896 an lauten: 420, 278, 402, 569. Ganz anders bei den Katholiken. Hier schwankt die Zahl von Jahr zu Jahr. 1896 steigt sie, 1897 fällt sie, 1898 schwillt sie wiederum an, um 1899 abermals zu sinken, sodann erfolgt nochmals ein Aufschwung. Worauf diese Schwankungen zurückzuführen sind, läßt sich ohne eingehende Untersuchung über den Aufbau der Katholiken ■ jener Zeit nichts sagen. Daß, wie oben angegeben, die Durchschnittsziffer der Katholiken im Jahrfünft 1896 bis 1900 am größten war, mag eine Begründung darin finden, daß die Zunahmequote der Katholiken in diesem Jahrfünft höher war als jene d°r Evangelischeu und Juden nämlich 14,8% gegenüber 5 % bezw. 8,7 %. Genau das Gleiche gilt auch für die jüdischen ungemischten Ehen. Ihre Entwicklung war durchaus nicht gleichmäßig, vielmehr ein ununterbrochenes Ansteigen und Abschwellen von Jahr zu Jahr. Den Höhepunkt bildete das Jahr 1897, in welchem die Höchstzahl von jüdischen Ehen im ganzen Verlauf der Zeitstrecke von 1871 bis 1914 geschlossen wurde, nämlich 644. Als charakteristisch für das soeben behandelte Jahrfünft darf man vielleicht bezeichnen, daß eine Zunahmt1 der ungemischten Ehen im ganzen wohl noch stattgefunden hat, daß aber die Zunahtnetendenz schon ganz erheblich schwächer war. als in den vorangegangenen Jahren. IX. Jahr: Evanj Kath. ^. Männer sonst, christl. Frauen: mit i jüd. Kath evang. Männer sonst ehrst!, ^rauen : mit jüd. Jüdische Männer Rath. evan* sonst. Frauen : mit christl. 1895 1033 11 41 1466 1 10 97 i 16 i 4 1896 1160 18 74 1508 j 3 7 101 15! 2 1897 1264 19 65 1544 : 4 7 108! 10! 4 1898 1257 19; 73 1564 | 2 13 96; h i 3 1899 1251 15 S 65 1493 1 9 120 S 23 j 6 1900 1615 75 107 1324 13 8 87 14 2 Interessant sind die Ziffern über die gemischten Ehen von 1895 bis 1900. Da von der Mitte der 90er Jahre an auch die Mischehen zwischen evangelischen Männern und sonstigen christlichen Frauen sowie jüdischen Frauen, jüdischen Männern und katholischen Frauen häufiger werden, soll in folgendem eine detaillierte Zusammenstellung der Mischehen gegeben werden. Das Jahr 1900 bildet für die evangelisch-katholischen Mischehen einen Wendepunkt. Von da ab ist sprunghaft die Ziffer emporgeschnellt. Von 1896/1897 war analog den ungemischten Ehen eine den damaligen Verhältnissen entsprechende stärkere Zunahme eingetreten. Daun folgten mehrere Jahre der Stagnation, bis auf einmal die Quote von 1251 i. J. 1899 auf 1615 i. J. 1900 hinaufstieg. Was der Grund für die merkwürdige Erscheinung gewesen sein mag, kann aus der Statistik nicht ermittelt werden. Vielleicht sind Spannungen, die zwischen den beiden Hauptkonfessionen bestanden hatten, beseitigt worden, vielleicht wurde die Stellung gewisser Teile der evangelischen Bevölkerung zur Landeskirche eine lockerere, kurz, die Tatsache bleibt bestehen, daß seit Ende der 90er Jahre die evange-

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