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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 62

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Bevölkerungsbewegung der Juden in Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 62 (sequence 6)
Language
German
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- frj - Jahr Eheschi. Zuzüge Fortzüge 1906 23245 291459 262279 1907 23313 273688 272266 1908 21799 244060 265273 1909 21209 251983 252350 1910 21848 26339.1 263130 Man beachte zunächst Folgendes: Der \ Aufstieg von 1871 bis 1875, der von 1871 j bis 1872 sich sprunghaft vollzog, ist keines- | wegs von einer Zuwanderung gleicher 1 Stärke oder von einer Abnahme der Abj Wanderung begleitet. Im Gegenteil, der! Mehrzuzug betrug 1871: 53201, 1872 nur; 32293 und ging auf 21 250 im Jahre 1875 j zurück. Dies spricht ganz deutlich für j unsere an anderer Stelle in diesem Kapitel bereits aufgestellte Behauptung, daß damals nach dem Kriege ganz allgemein die Tendenz zum Heiraten mächtig war. Daß die vorübergehend sehr günstige wirtschaftliche Lage mit bestimmend war, ist sicher anzunehmen. Denn der absolute Rückgang, der im Jahre 1876 einsetzte und bis 1879 einschließlich anhielt, ist zweifellos auf die wirtschaftliche Depression jener Jahre zurückzuführen. Diesen Rückgang haben wir selbstverständlich auch bei den ungemischten Ehen der Evangelischeu, Katholiken und Juden konstatieren können. Auch bei den Mischehen zeichnen sich diese Jahre durch eine Abnahme aus. Evangelische Männer heirateten eine Katholikin im Jahre 1876 557, i. J. 1877 499, i. J. 1878 475 und 1879 ebenfalls 475. Erst im darauffolgenden jähre stieg die Zahl auf 525. Die gleiche Erscheinung begegnet uns bei den Mischehen zwischen katholischen Männern und evangelischen Frauen. Im Jahre 1876 betrugen diese Mischehen 890, i. J. 18/7 827, 1878 805, 1879 791 und erst 1880 erfolgte eine Erhöhung auf 817. Die Ziffern für die jüdischen Mischehen in jener Zeit sind zu klein, um aus ihnen ähnliche Schlußfolgerungen ziehen zu können. Jedenfalls geht aus dem Dargelegten hervor, daß damals sowohl die Entwicklung der ungemischten als auch der gemischten Ehen von den wirtschaftlichen Verhältnissen beeinflußt worden ist. Von 1881 bis 1885 ging langsam die Zahl der Eheschließungen bei der Gesamtbevölkerung in die Höhe. Die Zahlen lauten für die einzelnen Jahre: 1881 11149, 1882 11812, 1883 12252," 1884 13314, 1885 13866. Ein Vergleich mit den Zuzügen und Fortzügen zeigt, daß die Zuwanderuug von Jahr zu Jahr, wenn auch nich sehr beträchtlich, wuchs und die Abwanderung sich mit Ausnahme des Jahres 1885 stets in den gleichen Grenzen hielt. Dagegen begann von 1885 eine allerdings nur kurze Zeit dauernde Periode starker Zuwanderung, die Berlin einen großen Bevölkerungszuwachs brachte, da die Abwanderung nicht in gleichem Maße zunahm. Die Zuwanderung stieg von 139 398 im Jahre 1884 auf 196 786 im Jahre 1890, namentlich in den beiden Jahren 1889 und 1890 war der Zustrom besonders mächtig. Bei dieser Gelegenheit dürfte es nicht unzweckmäßig sein, die einzelnen Stadien der wirtschaftlichen Entwicklung Berlins, die sich aus den verschiedensten Merkmalen herauskristallisieren lassen, vorzuführen. Die Jahre 1871 bis 1875 waren, wie allgemein bekannt, außerordentlich gute, dann begann von 1874 an bis 1877 ein von Jahr zu Jahr deutlicher werdender Abstieg, welcher in den Jahren 1877 bis 1880 zu einer direkten wirtschaftlichen Notlage führte. Die Verhältnisse besserten sich langsam bis 1883, von wo ab sich die Anzeichen einer beginnenden Hochkonjunktur mehrten, die allerdings erst 1885 einsetzte und 1890 ihr Ende erreichte,

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