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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-04-01 · Heft 4-6 (April 1916) · p. Seite 39

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 4-6 (April 1916)
Article
Die Berufe der Juden in München
Date
1916-04-01
Page
Seite 39 (sequence 6)
Language
German
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- 39 - Von 100 Von 100 im Ausld. in Deutschland Geboren. Geborenen A. Landwirtschaft . . . B. Gewerbe und Industrie C. Handel und Verkehr D. Häusliche Dienste . . E. Oefftl. Dienst, fr. Berufe F. Beruflose..... 0,1 23,5 47,9 0,6 6,7 21,2 0,1 11,4 43,8 0,2 12,0 32,5 100 100 Von der Landwirtschaft gilt das in dieser Arbeit schon öfters Gesagte: die Erweibstätigkeit der Juden in diesem Berufszweig ist überhaupt gering. Der Anteil der Industrie beträgt bei den im Ausland geborenen Juden 23,5^ , bei den in Deutschland Geborenen nur 11,4%. Es findet sich also bei den Ausländern eine viel größere Beteiligung an dieser Berufsabteilung. Im Folgenden werden wir sehen, daß die Größe dieser Zahl vor allem durch den Anteil des Kleingewerbes bedingt ist, aber auch durch jenen Teil, der als unselbständig in der Industrie seinen Unterhalt sucht. Auch die Beteiligung von Handel und Verkehr ist bei den ausländischen Juden etwas größer als bei den in Deutschland Geborenen. Die Ausgliederung nach Berufsgruppen und Berufsarten wird uns im Folgenden genauer über diese Anteilsziffer orientieren. Auch die Zahl der D-Abteilung ist bei den Ausländern größer, was durch ihre geringere Wohlha* benheit verständlich ist Dagegen ist weitaus kleiner der Anteil der freien Berufe bei den Ausländem. Sie kommen eben arm aus ihrem Heimatsland und streben vor allem darnach, möglichst rasch sich eine Existenz zu gründen. Die freien Berufe, die eine kostspielige Vorbildung beanspruchen, sind hierzu nicht geeignet l). Der Anteil der Abteilung der Beruflosen ist. an sich ziemlich 1) Näheres im ersten Artikel (Jahrg. 11, Heft 10-12), S. 90/1. groß, aber im Verhältnis zu den deutschen Juden doch klein. Dies erklärt sich daraus, daß im Allgemeinen die größte Zahl der Beruflosen der Rentnerschicht angehört. Die meisten beruflosen ausländischen Juden werden, wie oben bereits erwähnt, Studierende sein. V. Die jüdischen Ausländer in MünchensGewerbe u. Industrie. Besonders interessant ist die Frage der Beschäftigung der ausländischen Juden in der Industrie. Es fragt sich nämlich, ob die ausländischen Juden überhaupt am industriellen Leben beteiligt sind. Diese Frage ist schon oben mit einer Gesamtziffer beantwortet worden. Weiter aber fragt es sich, ob sich die ausländischen Juden, soweit sie in der Industrie erwerbstätig sind, gleichmäßig auf die verschiedenen Industriegruppen und Industriearten verteilen (Möglichkeit 1), oder ob sie hinsichtlich dieser Verteilung dem Zuge der Gesamtentwicklung folgen (Assimilation, Möglichkeit 2) oder endlich ob sie jene Berufseigentümlichkeiten, die sich in ihrem Herkunftslande (den osteuropäischen Ländern) zeigen, auch nach der Einwanderung beibehalten und festhalten (Separation, Möglichkeit 3). Natürlich kann bei der Beantwortung dieser Fragen am allerwenigsten rein statistisch vorgegangen werden, denn die Detailziffern sind viel zu klein. Vielmehr handelt es sich darum, die Detailziffern liebevoll anzuschauen und diejenigen, in denen sich eine Massenerscheinung kundtut, aufzufangen und näher zu zergliedern. Dabei dürfen wir mit dem Begriffe Masse ziemlich weit heruntergehen. Im Ganzen haben wir fünf gefunden, in denen Ausländer in größerer Zahl, namentlich im Vergleich mit I den deutschen Juden, tätig sind.

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