Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1916)
- Article
- Die Berufe der Juden in München
- Date
- 1916-04-01
- Page
- Seite 38 (sequence 5)
- Language
- German
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- 38 - gesondert, so finden wir nur im Handel eine verschiedene soziale Schichtung der Gebürtigkeitsgruppen, während bei den üb-; rigen Berufsabteilungen die Schichtung ahni lieh ist. So machen bei den in München Gej borenen die im Handel selbständig Erwerbs- I tätigen 22^ der Erwerbtätigen aus, bei den j im übrigen Südbayern (hauptsächlich Kreis j Schwaben) und in Nordbayern Geborenen dagegen 29?/ bezw. 24% i). Bei diesen meist von kleineren Städten und ländlichen Großgemeinden eingewanderten Juden ist eben das selbständige Geschäft Tradition. Es ist also vor allem die eingeborene Münchener Bevölkerung diejenige, bei der die neuzeitliche Tendenz der Abkehr von der Selbständigerikategorie und Vergrößerung der Unselbständigenkategorie zum Ausdruck kommt. Ob hierzu eine verschiedene Altersschichtung (Zuzug vom Lande und aus den kleineren Städten bei den Juden hauptsächlich im vorgeschrittenen Alter), das verschiedene Maß der Frauenerwerbstätigkeit u. dgl. beitragen, kann hier unbeantwortet bleiben. | IV. Die Berufe der ausländischen; Juden in München. ■ Oben S. 37 sahen wir, daß fast ein ganzes Drittel der in München Erwerbstätigen aus dem Auslande stammt. Im Folgenden wollen wir untersuchen, wie dieses Drittel sich beruflich gliedert. Sowohl aus äußeren wie aus inneren Gründen wollen wir im Folgenden unter „Ausländern" vor allem jene Bevölkerungsmasse verstehen, die in Osteuropa geboren, : aiso von dort eingewandert ist; aus äußeren, \ 1) Absolute Ziffern: Ca in München geboren . . 145 , im übrig. Südbayern geb. 159 „ in Nordbayern geb, . . . 188 » in der Rheinpfalz geb. . . 12 » im übr. Süddeutschi. geb. . 127 , in Norddeutschland geb. 148 \ Ca in Deutschland geb. . . 779 weil die Juden in Massen nur von da kommen, während sie z. B. aus Italien, Frankreich und;;; der Schweiz sich nur vereinzelt inDeutschland niederlassen, da in ihren Ländern Gründe zur Massenauswanderung nicht vorliegen; aus inneren, weil jene osteuropäische Masse durch ihre; spezifisch eigentümliche Kultur eine den anderen Juden nicht unbedingt homogene Wirtschaftsgesinnung zum Ausdruck bringt. Zunächst eine Tabelle über die Herkunit der in München 1907 g ezählten ausländischen erwerbstätigen Juden in % absolut aller erwerbst. Münchner Juden Oesterreich..... 791 16,7 Ungarn...... 111 2,4 Rußland...... 367 7,8 Rumänien..... 34 0,7 übriges Ausland . . . 92 1,9 Zusammen Ausland 1395 29,5 Den größten Anteil stellt Oesterreich, was zum Teil durch die räumliche Nähe, zum Teil durch die starke jüdische Bevölkerung in Galizien verständlich ist, an zweiter Stelle kommt Rußland. Die Einwanderung russischer Juden zielt vor allem,nach Amerika und England, Deutschland ist nur Durchgangsland; darumist abgesehen davon, daß allein auf die russischen Studenten die Ziffer 138 trifft, ihr Anteil für München nicht allzu groß. Dann kommt Ungarn an dritter Stelle. Gliedern wir nach den Berufsabteilungen, so finden wir unter den beiden Hauptherkunftsgruppen folgende Unterschiede : Es waren erwerbstätig in nebenstehenden Berufsabteilungen: