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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-04-01 · Heft 4-6 (April 1916) · p. Seite 37

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 4-6 (April 1916)
Article
Die Berufe der Juden in München
Date
1916-04-01
Page
Seite 37 (sequence 4)
Language
German
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- 37 — borenen die Beteiligung an Industrie, Handel und freien Berufen stärker ist als bei den aus dem übrigen Bayern und dem übrigen Deutschland Zugezogenen. Daraus dürfte der Schluß gezogen werden können, daß, da als Ausgangspunkt der Wanderung der bayerischen Juden nach München weniger die großen Städte (Nürnberg usw.), sondern mehr die kleineren Städte in Betracht kommen dürften, von den kleinstädtischen und ländlichen Juden die Großstadt in hohem Maße als Rentnerstadt, aber auch als Bildungsstätte aufgesucht wird. Zu diesem Resultat kommen wir auch, wenn wir die Berufsgruppe F außer Betracht lassen und nur die übrige erwerbstätige, also nur die eigentlich erwerbstätige jüdische Bevölkerung der einzelnen Gebürtigkeitsgruppen (in etwas anderer Zusammenfassung) nach Berufsabteilungen gliedern und den Prozentanteii derselben berechnen. München Bayern Deutschland absol. relativ absol. relativ absolut relativ A 4 0,1 4 0,1 B 95 17,7 252 17,5 380 17,0 C 356 65,9 945 65,1 1452 65,0 D 2 0,1 7 0,2 8 0,2 E 88 16,3 247 17,1 396 17,7 Summe 541 100,0 1455 100,0 2240 100,0 Wir finden eine auffallende Homogenität der Gebürtigkeitsgruppen nach Berufsabteilungen. Es sind offenbar — dies gilt aber nur für die deutschen Juden — weniger in der Herkunft der jüdischen Bevölkerung liegende, als lokale Gründe (besonders die Eigenschaft Münchens als geistiges Zentrum), das die berufliche Gliederung der Juden bestimmt. Also nicht das Milieu des Herkunftsgebietes, sondern dasjenige des Einwanderungsgebietes ist maßgebend. Macht sich vielleicht bei der sozialen Schichtung ein Unterschied zwischen den in München Geborenen und den aus dem übrigen Deutschland eingewanderten Juden bemerkbar? Folgende Tabelle gibt uns hierüber Auskunft. Absolute Ziffern. München übrig. Südb. Nordbayern Rheinpfalz übriges Süddeutschl. Norddeutschi. 3 b c Selbständige Angestellte Arbeiter 406 130 135 414 72 52 600 100 88 59 16 3 309 62 38 614 130 88 671 538 788 78 409 832 in Prozenten a b c Selbständige Angestellte Arbeiter 60,5 19,3 20,2 77,0 13,35 9,65 76,05 12,07 11,27 75,6 20,0 3,9 75,7 15,0 9,3 73,8 15,6 10,6 100 100 100 100 100 100 Die soziale Schichtung ist hiernach bei den in München geborenen Juden anders als bei den eingewanderten deutschen Juden. Bei diesen ist der Prozentanteil der Selbständigen, bei jenen der Prozentanteil der Angestellten und besonders derArbeiter größer. Vor allem mag der geringere Anteil der Selbständigen bei den in München Geborenen durch die geringere Relativzahl der Berufslosen (s. o.), welche ja alle zu den Selbständigen gezählt werden, veranlaßt sein. Betrachten wir nämlich die Berufsabteilungen

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