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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-04-01 · Heft 4-6 (April 1916) · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 4-6 (April 1916)
Article
Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preussen, Bayern und Hessen von 1910 bis 1914
Date
1916-04-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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nicht immer gleichem Maße abgenommen. Gegen das jeweils vorangegangene Jahr betrug der Rückgang 1. J. 1911 30387, i. J. 1912 6434, i. J. 1913 13679, i. J. 1914 8069. Natürlich konnte der Krie^ im ersten Krie^siahr 1914 Einfluß auf die Geburtenzahl des Jahres 1914 ausüben, so daß sie als normal anzusehen ist. Sie war nicht viel niedriger als im vorangegangenen Jahre. .Faßt man aber die einzelnen Jahresrückgänge zusammen, so erhält man für den Zeitraum 1910 14 eine Gesamtabnahme von 58569 5"\>; also durchschnittlich im Jahre 1%. Rein zahlenmäßig betrachtet, bedeutet dieses Geburtendefizit keine Gefahr iür eine gesunde Entwicklung der Bevölkerung, namentlich wenn sie von einem gleichzeitigen Sinken der Sterblichkeit begleitet ist; symptomatisch bedeutungsvoll ist lediglich die Konstanz der Abnahme, die Tatsache, daß wir es hier mit einer Abwärtsentwicklung zu tun haben. Im vorhergehenden Jahrzehnt gab es auch Jahre mit einer relativ geringeren Geburtenzahl, ihnen folgten aber wieder Jahre mit steigender Fruchtbarkeit. So belief sich i. J. 1902 die Zahl der ehelich Geborenen aus christlichen Ehen auf 1 195765, i. J. 1903 auf 1 177 494, dagegen i. J. 1904 wieder auf 1204558. Die jüdische Geburtenziffer weist dauernd eine Abnahme auf. Mag auch der Rückgang in manchen Jahren absolut nicht bedeutend sein, so hat doch von 1900 bis 1910 die Zahl der ehelichen jüdischen Geburten von 7234 auf 6042, also um 1200 und von 1910 bis 1914 um weitere 600 abgenommen. Bei einer schon an sich so geringen Zahl machen sich natürlich auch kleinere Rückgänge fühlbar. In welchem Maße sie durch den Krieg herabgedrückt werden wird, läßt sich garnicht voraussagen. Die eben aufgestellten Betrachtungen werden es verständlich machen, daß die Bilanz, d. h. der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle, bei den Juden andauernd ungünstiger wird, denn die Sterblichkeit hält in ihrer Abnahme keinen Schritt mit dem Geburtenrückgang. Im einzelnen ergibt sich aus nachstehender Tabelle folgendes. Tab. 2 Jahr Christliche Geborene Christliche Gestorbene Ueberschuß der Geb. über die Gest. Jüdische Geborene Jüdische Gestorbene Ueberschuß der Geb. über die Gest. 1910 1 212 925 631 652 581 273 6 542 5 709 833 1911 1 182 782 689 883 492 899 6 439 5 877 557 1912 1 179 945 629 487 550 458 6 297 5 753 544 1918 1 167 266 613 633 553 633 6 250 5 741 509 1914 1 160 600 758 796 401 804 5 980 6 535 555 Lassen wir zunächst das Kriegsjahr 1914 außer Betracht. Bei den Christen war das Jahr 1911 besonders ungünstig. Es trafen abnähme der Geburten und Zunahme der Sterbefalle zusammen, so daß die Bilanz um nahezu 100000 gegenüber 1910 zurückblieb. In den beiden folgenden Jahren erreichte die Sterblichkeitsziffer wieder ihren früheren Stand und sank; da aber in der Zwischenzeit die Fruchtbarkeit noch mehr gesunken war, konnte die Höhe von 1910 nicht mehr erklommen werden. Es hatte nämlich der Geburtenrückgang von 1910 bis 1913 45659, der Sterblichkeitsrückgang nur 18019 betragen. Die gleiche Erscheinung beobachten wir bei den Juden. Absolut sinkt die

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