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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-04-01 · Heft 4-6 (April 1916) · p. Seite 29

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 4-6 (April 1916)
Article
Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preussen, Bayern und Hessen von 1910 bis 1914
Date
1916-04-01
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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— 29 - Geburtenquote von 1910 bis 1913 um 292 4,46 °o, die Sterblichkeitsziffer nimmt sogar etwas zu, nämlich um 32. Immerhin war bis 1913 ein — wenn auch sehr kleiner — Geburtenüberschuß zu verzeichnen. Wie schon oben erwähnt, weist im Jahre 1914 infolge des Krieges die Bevölkerungsbilanz bei den Juden ein Minus auf, mit welchem naturgemäß während der ganzen Tab Kriegsdaucr, und wenn nicht besondere Umstände, wie Zuwanderung aus dem Auslände und dadurch bewirkte Erhöhung derFruchtbarkeit eintreten, auch nach dem Kriege gerechnet werden muß. im Zusammenhanghiermitwollen wir auch gleich die Sterblichkeit nach dem Alter betrachten und damit die gesonderte Betrachtung Preußens abschließen. . 3 Es starben Es waren linier im Christen Juden 15 Jahre < ilt von Jahre unter über überunter J über über¬ 1 je 100 gestorbenen 15 Jahre alt 15 Jahre alt haupt 15 Jahr, alt}! 15 Jalir. alt haupt i j Chrision ' Jik'ci? 1910 277 839 :i53 8L> 631 652 . 743 j 4 960 5 709 | j 43.99 23<0i 1911 312 721 377 162 689 883 823 ) 5 054 5 877 1 45,33 II'oö 1912 250 926 378 561 629 487 634 | 5 119 5 753 1 39,87 11,02 1913 252 087 361 546 613 633 678 i 5 063 5 741 1 4C0S ll'si 1914 270 136 488 660 758 796 64n 1 5 S'87 6 535 i 35,61 9,92 Der charakteristische Unterschied zwischen der Sterblichkeit der Christen und Juden zeigt sich am Anteil der Sterbefälle unter 15 Jahren an der Ge^amtsterblichkeit. Bei den Juden machen diese Sterbefälle \2% aus, bei den Christen 42^. Es rührt dieser große Unterschied daher, daß die Kinder- und Säuglingssterblichkeit bei den Juden außerordentlich niedrig ist, vor allem aber ist bestimmend der Umstand, daß infolge der schon mehrere Jahrzehnte dauernden Geburtenabnahme die Altersklassen unter 15 Jahren schwach besetzt sind, mithin die absolute Zahl der Sterbefälle aus diesen Altersklassen gering ist. Auf der andern Seite sind die höheren Altersklassen bei den Juden stärker besetzt, ja sogar übersetzt Die Folge ist, daß eine weitere Abnahme der Sterblichkeit bei den Juden nicht zu erwarten ist, im Gegenteil mit einem Anwachsen gerechnet werden muß. In der Sterblichkeitsziffer für 1914 sind auch die Verluste durch Tod auf dem Schlachtfelde oder in Lazaretten mitenthalten, sonst wäre die hohe Zahl der Sterhefalle bei Christen und Juden ganz unverständlich. Bei den Christen übertrifft die Zahl der Sterbefäile im Alter von über 15 Jahre um 127114 jene des Jahres 1913 bei den Juden um 824. Es ist gegen wärtig noch nicht an der Zeit, diese Ziffern zum Ausgang von Schlüssen über die Höhe der Blutopfer von Christen und Juden zu machen, zumal die vorliegende Statistik nur die fünf ersten Kriegsmonate umfaßt und es noch dahingestellt bleiben muß, ob bei der Zusammenstellung des statistischen Materials alle Unterlagen bereits vorlagen Hier sei nur folgendes bemerkt. Man wird bei allen Vergleichen zwischen Christen und Juden auf dem Gebiete der Kriegsstatistik berücksichtigen müssen, daß sich unter den deutschon Juden ein nicht unerheblicher Bruchteil von Ausländern befindet, sodaß die für die Kriegsteil nah me ra^e kommende Mass erst um diesen Bruchteil reduziert werden muß; daß ferner die Zahl der (vor dem Kriege) gedienten jüdischen Soldaten aus

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