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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-04-01 · Heft 4-6 (April 1916) · p. Seite 27

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 4-6 (April 1916)
Article
Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preussen, Bayern und Hessen von 1910 bis 1914
Date
1916-04-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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- 2? - Sie scheiden für die natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Zukunft völlig aus. Noch eine weitere indirekte Einwirkung des Krieges auf die Geburtenzahl müssen wir betonen. Unter den Kriegsteilnehmern, welche den Krieg überleben, wird ein Teil infolge Geschlechtskrankheiten steril sein, ein anderer solchen Schaden an der Gesundheit erlitten haben, daß er überhaupt nicht mehr eine Ehe eingehen beziehungsweise eine geminderte Zeugungskraft besitzen wird. Es ist wohl möglich und sogar wahrscheinlich, daß nach dem Kriege die Ehefrequenz steigen wird, aber aus den genannten Gründen wird das Steigen der Eheschließungsziffer nicht von einem entsprechenden Steigen der Geburtenquete begleitet sein. Daß infolge des Krieges ganz allgemein der Kreis der zur Eingehung einer Ehe ungeeigneten Personen, die trotzdem heiraten und damit eine Schwächung der Volkskraft herbeiführen, zunimmt, sei nur nebenbei erwähnt. In welchem Maße der Schaden an Leib und Seele die jüdischen Feldzugsteilnehmer treffen wird, läßt sich natürlich nicht absehen. Es spricht aber manches dafür, daß sie schwerer betroffen werden als die übrigen, da schon in Friedenszeiten die jüdische Bevölkerung eine stärkere Neigung zu Erkrankungen des Nervensystems zeigte als die nichtjüdische und der Prozentsatz der Gebrechlichen, insbesondere der Geistes- T kranken bei ihnen den Durchschnitt überragt. — Es liegt gegenwärtig brauchbares Material, aus welchem der Einfluß des Krieges auf die Geburten und Sterbefälle hervorgeht, nur für Preußen vor und auch dies nur für das Jahr 1914, also tür ein halbes Kriegsjahr. Schon aus diesem Grunde müssen wir in unserer folgenden Betrachtung sehr vorsichtig zu Werke gehen. Die übrigen Bundesstaaten haben entweder aus gewissen Gründen überhaupt keine Sterblichkeitsziffern seit Kriegsbeginn veröffentlicht oder nur die Sterblichkeit der Zivilbevölkerung, so daß eine zuverlässige Bevölkerungsbilanz nicht gezogen werden kann. Wir werden uns also hauptsächlich damit beschäftigen, festzustellen, wie es in den letzten Jahren vor dem Ausbruch des Weltkrieges um die Entwicklung derBevölkerungsvorgänge bei den deutschen Juden stand. 1. Preußen. Die Tabellen umfassen den Zeitraum 1910 bis 1914 und sind für Preußen, Bayern und Hessen aufgestellt. Da Preußen, wie vorhin erwähnt, im Gegensatz zu Bayern und Hessen nach Richtungen hin in seinen! Veröffentlichungen weitergegangen ist, wol- : len wir es an erster Stelle gesondert behan- : dein und die beiden andern Bundesstaaten i zusammen betrachten.! Die Zahl der ehelichen Geburten aus j christlichen Ehen hat von Jahr zu Jahr in ab. 1 Eheliche Geborene Unehelliche Geborene aus christl Ehen aus jüd. Ehen aus Mischehen von christlicher Mutter von jüd.. Mutter im Geborene Dar. Gebor. Dar. Mann ehrst :' Mann iüd. Darunter Geborene -- ---------- j;----------- - -•■ - Geborene Dar, Jahre über¬ Totgb über¬ Totgb. Frau iüd. frau christl. haupt haupt Geb. Dar." Ii Geb. Dar. überhaupt Totgeb. überhaupt Totgb. überh. Totg || überh. Totg. 1910 1 151 083 32 714 6 042 178 384 13 409 12 98 345 4 233 300 16 1911 1 120 696 31 405 5 916 181 378 9 * 396 6 97 370 4 258 335 15 1912 1 114 262 31 412 5 694 145 367 13 466 17 101 014 4 320 365 18 1913 1 100 583 31 291 5 661 164 364 9 432 11 101 971 4 385 374 9 1914 1 092 514 31 169 5 407 126 371 8 < 428 9 103 486 i 4 622 322! 14

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