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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1916) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1916)
Article
Die jüdische Sprach- und Kulturgemeinschaft in Polen
Date
1916-01-01
Page
Seite 7 (sequence 4)
Language
German
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— 7 — XII enthalten. Es wurden demnach 159 Orte untersucht mit einer Bevölkerung von 415 846 Seelen; die Anzahl der im Schulalter stehenden Kinder betrug 59 408. Etwa die Hälfte der Schüler (27 075) wurde in 1 810 Privatchedarim unterrichtet und 2 604 Schüler in 70 Talmud-Thora-Schulen, Betrachten wir zunächst die Chedarim. Die oben erwähnte Untersuchung bezog sich nur auf einen Teil der jüdisch-polnischen Städte mit etwas über V3 der Juden Polens. Auf 230 jüdische Einwohner entfiel ein Cheder; nehmen wir an, daß 1!i der Bevölkerung Kinder im Schulalter bilden, so sehen wir, daß überall dort, wo 32 Kinder sich im Schulalter befinden, ein Cheder entsteht. Diese Zahl entspricht wohl der Wirklichkeit; so bildet die durchschnittliche Schülerzahl in einem Cheder Polens 33 Kinder, im nordwestlichen Gebiete des Ansiedlungsrayons 25, im südwestlichen 26 und im südlichen, wo allerdings größere Chedarim vorherrschen, 40 Kinder. Unter Zugrundelegung dieser Zahlen und einer entsprechenden Umrechnung ergibt sich, daß im Jahre 1904 in Kongreß-Polen 5 724 Chedarim ga b *) Rechnet man nach den Angaben der ICA noch etwa 100—120 Talmud-Thora-Schulen hinzu, so erhalten wir für Kongreß-Polen ungefähr 5850 jüdische Volksschulen. Die Anzahl der darin unterrichteten Kinder betrug 29 679; ein Schüler kommt also auf 14 Einwohner, d. h, daß von 27s Familien ein Kind unbedingt in die Volksschule geht. Nimmt man ferner die Zahl der Chederzöglinge in den untersuchten Städten als richtig auch für die übrigen Ortschaften an, so würde sich für Polen die Gesamtzahl von 94717 Chederschüler ergeben. Die Zahl der Mädchen, die Cheder- *) Im Ansiedlungsrayon gab es ihrer 24 540 neben etwa 50O—600 Talmud-Thoraschulen. oder Talmud-Thora-Schulen besuchen, ist unbedeutend. Die durchnittliche Zahl der Schüler in den Talmud-Thora-Schulen ist größer als in den Chedarim; in den ersteren 37,2, in den letzteren nur 15,0; die Talmud-Thora-Schulen sind auch in verschiedene Klassen eingeteilt. Ueber den Besuch anderer Schulen von jüdischen Kindern gibt es leider fast garkeine statistischen Erhebungen. Eine im „Handbuch der polnischen Statistik" (Krakau 1915) angeführte Zusammenstellung gibt die Zahl der Schulen des nichtchristlichen Glaubens für das Jahr 1909 auf 2 379 an; es wurden darin 61 626 Schüler darunter 57 438 Knaben und 4 188 Mädchen unterrichtet. Die Zahl ist natürlich zu niedrig gegriffen. Interessant ist es allerdings, daß die Mädchen nur 7,2 % der Schulkinder ausmachen. Recht bezeichnend für die Bildungsbestrebungen der Nationalitäten in Kongreß-Polen ist ihr Anteil an den verschiedenen Schulen. (Tab. XIII). In den Tabelle XIII. Nationalität der Schülerinverschiedenen Schulen Kongreß-Polens. Art der Schulen Zahl der Monalität 1. scMier i.n/ü Jahr —.....— Schüler Polen , Juden i SeiMe 1895 1761 63,7 17,9 10,4 stälüscne schulen 1899 1904 2 041 3 021 64,8 69,7 18,2 13,5 7,5 6,3 1911 3 307 — _._ ( 1895 5 662 92,3. 0,5 5,2 sonnt.-&ew.-SiMen j 1899 1904 7 250 7 691 91,6 94,6 u 0,2 V 3,6 f 1895 934 47,5 36,3 14,5 SOMt.-Hanll.-ScMen < 1899 1282 — 34,7 — l 1904 7 680 2,4 34,2 12,6 allgemeinen städtischen Schulen betrug der Prozentsatz jüdischer Kinder in den Jahren 1895 und 1904 17,9 resp. 13,5. In den Handesschulen schon 36,3 resp. 34,2. Ganz unbedeutend war die Zahl der jüdischen Schüler aber in den Gewerbeschulen: 0,5 und 0,2. —

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