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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1916) · p. Seite 6

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1916)
Article
Die jüdische Sprach- und Kulturgemeinschaft in Polen
Date
1916-01-01
Page
Seite 6 (sequence 3)
Language
German
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Tabelle XL Muttersprache der Bevölkerung. Verhältniszahlen (1897). Gouvernement Polnisch jüdischdeutsch Deutsch Russisch 73,5 16,1 4,3 0,9 Kaiisch.......... 83,9 7,6 7,3 0,2 Piotrokow....... . 72,1 15,2 10,6 0.2 Radom.......... 83,6 13.7 0,8 0,2 Kelze........... 87,5 10,9 — 0,1 62,9 13,4 2,0 16,9 66,1 15,6 1,4 14,0 77,3 15,7 0,4 0,7 Plozk ........... 80,9 9,2 6,5 0,4 23,0 10,1 5,2 0,3 Kongreß-Polen . 71,8 13,4 4,3 3,6 Juden das „russifikatorische" Element im polnischen Lande seien. Nun sollte man meinen, daß dies nur dann möglich wäre, wenn die eingewanderten Juden eine andere Sprache als die einheimischen sprächen. In der Tat sprechen die Juden des Ansiedlungsrayons eine andere Mundart des Jüdisch-Deutschen, die sich nur durch eine besondere Aussprache einiger Wörter und durch eine schnellere Sprechweise von dem polnisch-jüdischen Jargon unterscheidet; keineswegs bedienen sich die eingewanderten Juden der russischen Sprache; der Prozentsatz der jiddisch-sprechenden Juden ist im Ansiedlungsrayon sogar höher als im Kongreß-Polen und erreicht nicht weniger als 97,95%. So steht zu hoffen, daß das Märchen von den Juden des Ansiedlungsrayons als Träger der „Russifikation" in Polen endlich aus der Welt geschafft wird. Die Elementarbildung wird den Juden Polens vermittelt 1) durch die Privatchedarim, die eine seit Jahrhunderten bei den Ostjuden bestehende traditionelle Religionsvolksschule bilden, ohne an irgend einen festgesetzten Lehrplan gebunden zu sein und 2) durch die mit einem von der Behörde bestimmten Lehrplan gegründeten Schulen , Talmud - Thora- und Gemeinde- Schulen und einige unter der Aufsicht der Behörde stehenden Privatschulen. (Organisierte jüdische Schulen.) Eine überaus lehrreiche Untersuchung des jüdischen Volksschulwesens nahm im Jahre 1904die Jewish ColonisationAssociation vor. Die das Gebiet Kongreß-Polens betreffenden Ergebnisse sind in der Tabelle Tabelle XII. Zahl der Chedarim und der Talmud-Thoraschulen in 159 Städten Kongreß-Polens. Privatchedarim Auf ein Cheder entfiel Talmud- Zahl der Zahl Zahl Gouverder Juden der Kinder Zahl Durchschnitt¬ Kinder nement Städte in diesen im Schul¬ Zahl der lich kam auf ein Juden im Schul - Zahl Städten alter Schüler Cheder alter s Schüler Warschau . . 22 49112 7016 313 4164 13,3 157 22 4 Kaiisch . . . 17 29278 4183 109 1851 17,0 269 38 1 Piotrokow . . 18 57778 8254 187 3803 20,3 309 44 6 Radom .... 26 59842 8549 368 5076 13,8 163 23 10 Kelze .... 10 26863 3838 III 2040 18,4 242 35 6 Lublin .... 16 56170 S024 164 2538 15,5 342 49 3 Sedlez . . . 10 31660 4951 162 1680 10,4 214 31 20 Lomscha. . . 9 38084 5441 153 2143 14,0 242 36 6 Plozk .... 13 34060 4866 118 1644 13.9 289 42 1 Suwalki . . . 18 29999 4286 125 2136 17,1 240 35 13 Sa.; 159 415846 59408 1810 27075 15,0 230 33 70 Zahl der Durchschnittl. kam auf eineTalmud- Thora Schüler Zusammen: Chedarim und Talmud- Thora- Schüler Schüler o/o der Schüler i. beiden Schularten zu der Bevölkerungszahl 181 5 345 310 155 115 480 525 25 463 45,3 5,0 57,5 31,0 25,8 38,3 24,0 87,o[ 25,0 35,6 317 110 193 378 117 167 182 159 119 138 4345 1856 4148 5386 2195 2653 2160 2668 1669 2599 61,9 44,4 50,3 63,0 57,2 33,1 43,6 49,0 34,1 (51,1 2604! 37,2| 1880 29679 50,0

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