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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1915) · p. Seite 92

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1915)
Article
Die Berufe der Juden in München
Date
1915-10-01
Page
Seite 92 (sequence 8)
Language
German
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— 92 — zogenen; München ist ja bekanntlich als Konsumtionsplatz bevorzugt. Auch der Anteil der jüdischen Rentner an der entsprechenden Ziffer beider Gesamtbevölkerung ist groß; er beträgt 2,52% (gegen 1,7% Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung). V. Erwerbstätigkeit der Frau, Es waren erwerbstätig 1907. Berufsabteilungen absolut inifcT Hie!, rel männlich ativ weiblich A........... 5! 1 564 { 149 1800 i 327 6 i 10 434! 55 0,1 15,4 49,1 0,2 11,8 0,1 13.9 30,9 0,9 5,2 B . ......... C......... D.......... E.......... A - E......... F Beruflose .... 2809! 542 855! 517 23,4! 49,0 A - F......... 3664 | 1059 100,0 | 100,0 Die Berufstätigkeit der jüdischen Frau wird durch den Anteil an der Abteilung der Beruflosen maßgebend beeinflußt; er beträgt 49%, während er bei den Männern nur 23,4% beträgt. Diese Verschiedenheit rührt davon her, daß die jüdischen Witwen fast alle zu den Beruflosen gehören, während die jüdischen Witwer sich auf alle Berufsabteilungen verteilen. Bei den anderen Hauptberufsabteilungen „Handel und Industrie" ist die berufliche Tendenz beider Geschlechter einander ähnlich. Auch bei der Frau, soweit sie nicht beruflos ist, ist der Handel die hauptsächlichste Quelle der Erwerbstätigkeit, dann folgt die Industrie. Daß ihre Anteilnahme an den „Öffentlichen Diensten und freien Berufen" geringer ist, liegt darin, daß diese Berufe eine Vorbildung erfordern, die bisher den Frauen nur in geringem Maße möglich war. VI. Soziale Stellung* Ehe wir auf die soziale Stellung im Einzelnen eingehen, wollen wir einen kurzen Uberblick über die Entwicklung der Stellung der Münchener Juden im Beruf nach den drei Berufszählungen im Vergleich zur Ge. samtbevölkerung geben. Es waren nach den drei Berufszählungen (s. Tab. am Schluß der Seite). Die absoluten Ziffern zeigen ein starkes Anwachsen in sämtlichen Berufsabteilungen; prozentual sinkt die Zahl der Selbständigen und der Angestellten etwas, während die Zahl der Arbeiter steigt. Dies letztere äußert sich auch in den Zahlen des Anteils an der Gesamtbevölkerung, wo der an sich geringe Anteil von 0,37 auf 0,54 steigt. Dies ist ja eine allgemeine Erscheinung der Gegenwart, doch dürfte bei den Juden noch die größere Beteiligung der ausländischen Erwerbstätigen mitwirken, die diese Schicht verstärken. Bei den einzelnen Berufsabteüungen ergibt sich folgende Schichtung. In der Industrie hatten die Juden folgende Stellung im Beruf in den drei Berufszählungsjahren inne (s. Tab. a, Kopf der S. 93). Die Zahl der Selbständigen stieg, jedoch läßt sich relativ innerhalb des ganzen Zeitraumes eine Abnahme konstatieren. Bei den Angestellten stieg die Ziffer im ganzen Zeitraum, namentlich 1882—95, sowohl absolut wie auch relativ sehr stark. Was die Juden erwerbstätig in folg. Berufsstellung Von je 100 Juden waren in der Berufsstettung Von 100 der Ges. Bev. waren Juden 1907 1895 1882 1907 1895 1882 1907 j 1895 | 1882 a Selbständige ........ b Angestellte ..... ........... c Arbeiter................. 3241 743 739 2454 596 515 1317 337 209 68,62 15,74 15,64 68,84 16,72 14,44 70,69 18,09 11,22 3,57! 3,25 2,74 2,34 j 2.24 : 2,55 0,54 0,46; 0,37 Summe 4723 3565 1863 100,- 100, - 100,- 1,81 | 1,68 | 1,59

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