Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 11 (1915)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1915)
- Article
- Die Statistik der Juden und die statistischen Aemter
- Date
- 1915-04-01
- Page
- Seite 50 (sequence 3)
- Language
- German
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unter 18 Jahre alt: bei den Juden lO°o, bei j den Evangelischen 12?» und bei den Katho-! liken 13^; 18 und mehr Jahre alt: bei den j Juden 72*6, bei den Evangelischen 6K I und bei den Katholiken 5G^. Vergl. Zeitj schritt des Königl. Prouß. Statistischen Landesamtes 1912, S, 394, j 2) Die jüdische Bevölkerung sollte, wie dies in Preußen, Sachsen und Hessen geschieht, auch nach der Staatsangehörigkeit ausgezählt werden, am besten in Verbindung mit dem Alter, vielleicht auch mit dem Familienstand. Vergleiche die angezogene Sondernummer L Seite 16*. Für Hessen hat sich folgendes ergeben: Die Zahl der ausländischen Juden betrug nach der erstmaligen Auszählung im Jahre 1905 1787 und ist im Jahre 1910 auf 2 502 gestiegen. Es sind ausschließlich Russen, die an Zahl zugenommen haben, nämlich von 886 auf 1606. Ihr Zuzug erstreckt sich hauptsächlich auf die Stadt Offenbach a./M. Außer den Russen kommen in Hessen fast nur noch Österreichischl Juden in größerer Zahl vor (689 in 1910). Es folgt Ungarn mit 71 Personen; alle übi gen Staaten sind mit kleineren Zahlen verboten. Interressant ist der Unterschied des Altersaufbaues der In- und Ausländer. Bei den Ausländern sind besonders stark besetzt die Altersklassen vmi 25—29 Jahren, schwach dagegen die Altersklasse von über 50 Jahren. Dies trifft sowohl bei den Ausländern überhaupt, als anch bei den ausländischen Juden im beson leren zu. Da die mittleren Altersklassen der \usländer gut besetzt sind, so ist es ei darlieh, daß bei ihnen der Anteil der Kiiu :r (unter 15 Jahre alt) nicht wesentlich ger iger ist, als bei den Inländern. Die au: iändischen Juden besitzen sogar rund 35% Kinder, während der Anteil der Kinder bei den inländischen Juden auf .24^ zurückgegangen ist. Die Frage der Staatsangehörigkeit der Juden ist auch deshalb von Wichtigkeit, weil eine Zuwanderung von Juden aus Osteuropa, die auf einer niedrigen Kulturstufe stehen, mit Nachteilen mancher Art verbunden ist. 3) Bei der Statistik der Eheschließungen werden diese nur im ganzen nach der Konfession ausgezählt. Die Statistik der jüdischen Eheschließungen sollte jedoch durch Verbindung mit dem Alter der Einschließenden erweitert werden. Diese Auszählung ist seit einigen Jahren in den Arbeitsplan der hessischen Statistik aufgenommen worden. 4) Die Geborenen der jüdischen Bevölkerung sollten mindestens summarisch festgestellt werden. Über die allgemeine Geburtsziffer der einzelnen Konfessionen gibt das Statistische Handbuch für das Großherzogtim Hessen, 2. Ausgabe 1909, Seite 34 Aufschluß. Wertvoller wäre natürlich auch hier eine eingehendere Auszählung, z. B. nach dem Alter der Mütter. Letztere ist für Hessen in Angriff genommen worden Die Auszählung der Geborenen nach der Konfession muß bei dem gegenwärtig herrschenden Geburtenrückgang von besonderem Interesse sein. Die verschiedenen Konfessionen zeigen ganz charakteristische Eigentümlichkeiten. Hätte man die niedrige Geburtsziffer der jüdischen Bevölkerung, auf die Dr. A. Ruppin schon seit 1904 in seinem Buche „Die Juden der Gegenwart" und später in der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden aufmerksam gemacht hat, mehr beachtet, so würde man von dem Geburtenrückgang des deutsch en Volkes nicht überrascht worden sein. „An Stelle des Kinderreichtums, der als Charakteristikum der Juden von den Ge-