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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-04-01 · Heft 4-6 (April 1915) · p. Seite 49

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 4-6 (April 1915)
Article
Die Statistik der Juden und die statistischen Aemter
Date
1915-04-01
Page
Seite 49 (sequence 2)
Language
German
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— 4y - u. s. w. Die Möglichkeit, eine genaue und eingehende Konfessionstatistik zu bearbeiten, ist also im Deutschen Reiche gegeben. Diese Gelegenheit wird jedoch nicht in dem Umfange ausgenützt, wie es von den einzelnen Konfessionsgemeinschaften gewünscht wird. Bei den Volkszählungen des Reiches wird nur die Anzahl der Evangelischen, der Katholiken, der Juden usw. im ganzen verlangt. Infolgedessen gehen auch nur wenige Bundesstaaten über diesen Rahmen hinaus und zählen gelegentlich das Geschlecht, den Familienstand, das Alter, die Gebürtigkeit, die Staatsangehörigkeit usw. für jede einzelne Konfessionsgemeinschaft aus. Die charakteristischen Unterschiede, die für die einzelnen Konfessionen tatsächlich bestehen, gehen also in der Regel verloren. Nur bei den Berufszählungen hat man für die drei Hauptkonfessionen die im Hauptberufe Erwerbstätigen, allerdings i ohne Altersgliederung, ausgezählt. Sodann j wird allgemein bei der Statistik der E h e - j Schließung e n die Konfession, aber eben- | falls ohne Altersgliederung, berücksichtigt, j Dagegen -zählen die meisten Statistischen j Ämter die Geborenen und G e s t o r - \ b e n e n nach der Konfession aus, die Gej storbenen aber nur summarisch, d. h. ohne j Unterscheidung nach dem Alter. Die Sta- | tistischen Ämter der deutschen Großstädte gehen vielfach über diesen engen Rahmen hinaus. j Im nachfolgenden soll nun kurz dargelegt j werden, welche Auszählungen in Bezug auf die jüdische Bevölkerung von den Statistischen Ämtern vorgenommen werden sollten. Soweit ich selbst diese Auszählungen für das Großherzogtum Hessen habe ausführen lassen, werde ich auf die Veröffentlichung der Ergebnisse verweisen. 1) Bei Gelegenheit der Volkszählungen sollte nicht versäumt werden, das Geschlecht in Verbindung mit dem Alter und dim Familenstand auszuzählen. Ve gleiche Sondernummer 1 der „Mitteilungen der Großh. Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik 1912, S. 17. Hier sei nur darauf hingewiesen, daß der Altersaufbau der Juden sich von dem der Christen ganz wesentlich unterscheidet. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren beträgt im Großherzogtuiii Hessen bei den Christen 34^, beiden Juden nur 25%. Dagegen besitzt die jüdische Bevölkerung rund 22% Personen im Alter von 50 Jahren und darüber, die christliche dagegen nur 15;^. Die Kenntnis des Altersaufbaues der Juden ist aber nicht bloß von allgemeinem Interesse, sondern .such zur Berechnung von Verhältniszalilen wichtig. Es sei hier nur auf die K r i m i n a 1 s t a t i s t i k verwiesen, bei welcher die Zahl der Verurteilten zur strafm ündigen Bevölkerung des gleichen Religionbekenntnisses ins Verhältnis gesetzt wird. Di' s war einwandfrei seither nicht möglich. Deshalb ist neuerdings im Kgl. Preuß. Statistischen Landesamt — zum erstenmal nach dem Stand der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 — eine Auszählung der strafmündigen Bevölkerung Preußens, also der Personen, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, nach dem Religionsbekenntnis vorgen unmen worden. Auf diese Weise ist es möglich, die nicht genauen Verhältniszahlen cor Reichs-Kriminalstatistik wenigstens für das Königreich Preußen durch einwandfreie zu ersetzen. Und gerade für die Juden ist diese Berechnungsweise wegen ihres abweichenden Altersaufbaues von wesentlicher Bedeutung. Von der preußischen Zivilbevölkerung waren unter 12 Jahre alt: bei den Juden bei den Evangelischen 27 °v und bei den Katholiken 31^; 12 bis

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