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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1915) · p. Seite 22

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1915)
Article
Arbeiter-Kolonie, Brockensammlung, Arbeitsnachweis, Darlehnsvereine
Date
1915-02-01
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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— 22 — Tabelle V. Jahr <u tc , y u o _> o "E Ej ^T3 " 5 - ■= E Ei 2 £oE a> il w u« N CJ nc •a — o < gc bC ~rj -7. O ~ C£ « CJ ir! _3> E: "o < CG - CJ <-a § E =3 N Weg. Krankheit \ Auf eigenen j Wunsch! .Ef .o £ sc co -° Zusammen I 1903 99 123 _ 16 3 __ _ 59 13 313 1904 171 130 40 10 3 10 6 22 8 400 1905 194 105 80 11 1 10 8 44 6 459 1906 201 206 41 10 1 7 14 40 9 529 1907 223 231 55 12 2 9 17 39 8 596 1908 225 208 87 22 4 22 14 51 — 633 1909 243 193 120 18 6 23 10 104 10 727 1911 130 270 90 18 9 18 20 100 8 661 1912 120 240 114 12 10 40 30 140 - 706 1913 120 268 147 17 15 41 31 200 — 914 henden Kolonisten durch eigenes Bemühen oder durch die Leitung eine Stellung zu beschaffen, dann könnte man allerdings nicht recht zufrieden sein, denn von Jahr zu Jahr ist der Prozentanteil dieser Leute gesunken. Er betrug nämlich im Jahre 1904 noch 42,8, 1905 42,3, 1906 37,8, 1907 37,5, 1908 35,5, 1909 33,4, 1911 19,7' 1912 17,0, 1913 13,1; also ein ganz rapider Rückgang, der wohl auf die wachsenden Schwierigkeiten, infolge der ungünsfigen wirtschaftlichen Lage die Kolonisten in Stellung zu bringen, zurückzuführen sein dürfte. Betrachtet man jedoch die ganze Leistung der Arbeiteikolonie unter dem Gesichtspunkte, daß ihre Aufgabe darin besteht, haltlos gewordenen Menschen wieder einen inneren Halt zu geben, sie moralisch aufzurichten, aus ihnen arbeitsgewöhnte Menschen zu machen, so wird man, wie dies aus zahlreichen Berichten entlassener Kolonisten hervorgeht, mit dem Ergebnis zufrieden sein können. Um ein ganz zuverlässiges Urteil zu gewinnen, wäre es selbstverständlich nötig, das weitere Schicksal eines jeden die Anstalt verlassenden Kolonisten, wenigstens eine gewisse Zeit hindurch, weiter zn beobachten. In allen Fällen, wo dies geschah, hat man günstige Resultate festgestellt. Daß für den einzelnen Kolonisten, solange er in der Kolonie weilt, wirtschaftlich gut gesorgt wird, zeigt folgende Tabelle VI, Tabelle VI. Jahr Bruttoverdienst in den Fabrikbetrieben Pro Mann und pro Tag (in Pfg.) Akkordguthaben der Kolonisten Akkordüberschuß pro Mann und Tag.(in Pfg.) 1903 16 397 1,06 6 406 41,3 1904 18 302 1,03 7 029 39,5 1905 18 399 1,10 7 418 42,1 1906 24 852 1,39 12 570 70,7 1907 22 118 1,19 9 498 51,0 1908 26 045 1.14 10 539 46,0 1909 27 205 1,15 11377 48,0 1910 28 507 1,12 11491 45,5 1911 26 880 1,14 Hill 47,0 1912 24 501 1,11 8 452 38,0 1913 24 889 1,07 7 205 30,8 Nach Fabriken für die letzten 4 Jahre: Jahr Rohrklopferfabrik Bürsten-! fabrik 1! Poliererei Pro Mann u. i fabrik | taönk ):o Tag Poliererei 1910 1911 1912 1913 9 972 10 779 10 316 10908 11062 8167 9 065 9 899 7 472 7 933 4 958 4 081 1,11 1,05 1.13; 0,95 1.14 | 0,08 1,09! 1,02 1,31 1,40 1,36 1,10 welche den Bruttoverdienst in den Fabrikbetrieben, den durchschnittlichen Arbeitsverdienst pro Mann und Tag und das Akkordguthaben der Kolonisten angibt. Außer dem gewöhnlichen Arbeitsverdienst, der zwischen 105 und 119 Pfennigen pro Tag schwankt, erzielen die Kolonisten noch durch Akkordarbeit Ueberschüsse, aus denen sich ein recht ansehnliches Guthaben bildet. Ihm werden bei Abgang der Kolonisten die kleinen Kapitalien entnommen, welche die Grundlage für den Aufbau eines neuen wirtschaftlichen Lebens bilden sollen. — Im Zusammenhang mit dieser Arbeiterkolonie sei noch die einzige jüdische Wanderarbeitsstätte erwähnt, welche in Deutsch-

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