Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 11 (1915)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1915)
- Article
- Arbeiter-Kolonie, Brockensammlung, Arbeitsnachweis, Darlehnsvereine
- Date
- 1915-02-01
- Page
- Seite 21 (sequence 5)
- Language
- German
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— 21 — eine Abnahme konstatieren, wenn auch bei ihnen in einzelnen Jahren ein Anwachsen erfolgte. Ein Drittel und in manchen Jahren noch mehr stammen aus Galizien. Vom Jahre 1907—1911 waren fast 40% aller Kolonisten. Galizier. Da die Galizier ein beträchtliches Kontingent zu den Wanderarmen stellen, ist diese hohe Ziffer leicht begreiüch. Von den übrigen Ländern ist noch Rußland hervorzuheben, von wo während der Unglücksjahre 1904—1907 ein übermäßig starkes Anschwellen der Auswanderung und als Folge hiervon auch des Zudranges zur Arbeiterkolonie erfolgte. Auch Rumänien und die übrigen Länder sind jetzt etwas stärker vertreten als in früheren Jahren. Näheres ergibt sich aus der Tabelle selbst. Die folgende Berufstabelle (IV) zeigt, daß fast alle Berufsarten unter den Kolonisten Anstreicher 2 Heizer 2 Apotheker 6 Holzbildhauer 2 Arbeiter 1936 Hutmacher 25 Artisten 19 Installateure 1 Bäcker 157 Kammacher 1 Bandagisten 2 Kaufleute 1779 Barbiere 26 Kettenscherer 1 Bildhauer 37 Kellner 137 Böttcher 2 Klempner 101 Brauer 4 Köche 17 Buchbinder 82 Kolporteure 2 Buchdrucker 41 Konditoren 24 Bürstenmacher 94 Komptoiristen 10 Chemiker 3 Korbmacher 5 Gseleure 2 Krankenpfleger 12 Dekorateure 6 Küfer 5 Destillateure 13 Kürschner 102 Diamantenschleifer 7 Kutscher 23 Dolmetscher 2 Lakierer 5 Drechsler 60 Landwirte 2 Drogisten 9 Lederarbeiter 48 Elektrotechniker 2 Lehrer 25 Farber 17 Lithographen 1 ri scher 1 Lohgerber 1 Friseure 13 Maler 149 Gärtner 30 Maurer 17 Gerber 19 Maschinisten 3 Glaser 61 Matrosen 2 Glasschleifer 2 Mechaniker 24 Goidarbeiter 85 Metalldreher 5 Graveure 12 Metallgießer 7 Händler 2 Metallarbeiter 33 Handschuhmacher 6 Molke r 3 Hausdiener 73 Monteure 65 Müller 12 Siebinacher 2 Mützenmacher 8 Steinmetze 10 Musikanten 13 Siepper 19 Optiker 1 Stenographen 1 Photographen 27 Sticker 28 Piiss6rnacher 1 Studenten 8 Polierer 17 Stuckarbeiter 6 Posamentierer 18 Stukkateure 6 Rohrleger 12 Steinsetzer 2 Sattler 62 Strumpfwirker 3 Schlosser 182 Tapezierer 86 Schlächter 104 Techniker 2 Schneider 228 Tischler 162 Schuhmacher 91 Töpfer 8 Schriftsetzer 18 Uhrmacher 92 Schleifer 1 Vergolder 1 Schriftsteller 2 Viehhändler 1 Schreiber 1 Weber 50 Schirmmacher 9 Zahntechniker 17 Schmiede 14 Zeichner 2 Schaufle ure 4 Zigarettenmacher 6 Schauspieler 2 Zigarren macher 49 Schuhstepper 1 Zimmerleute 3 Seiler 6 Zinkographen 2 Seifensieder 7 Zuschneider 2 vertreten sind, insbesondere alle handwerksmäßigen Berufe. Die absolut größte Zahl zeigt die Arbeiterklasse und die Kaufmannsschicht; unter den Handwerkern ragen hervor die Schneider (228), Schlosser (182), Tischler (162), Bäcker (i57), Maler (149), Schlächter (104), Kürschner (102), Klempner (101.) Von den übrigen Berufen sind es hauptsächlich die Kellner, welche stark vertreten sind; sie stellten 137 Mann. Ueber die Erfolge der Arbeiterkolonien herrscht im allgemeinen kein sehr günstiges Urteil. Nach Weydmann's „Wanderarmenfürsorge" bleibt der Aufenthalt für die Hälfte, wahrscheinlich sogar für drei Viertel aller Aufgenommenen völlig nutzlos. Sehen wir uns die Gründe der Entlassung aus unserer Kolonie an: (Tabelle V). Zunächst ist es erfreulich festzustellen, daß die Zahl derer, welche wegen Uebertretung der Hausordnung und auf Anordnung der Behörde entlassen werden mußten, eine sehr geringe ist. Sie fällt gar nicht ins Gewicht. Würde man den Erfolg der Kolonie lediglich danach beurteilen, in wie starkem Maße es gelungen ist, den abge-