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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-01-01 · Heft 1 (Januar 1913) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1913)
Article
Die sprachlichen Verhältnisse der Juden in Österreich
Date
1913-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 — sein, als die fehlenden wirtschaftlichen Voraussetzungen. Die Komitate, welche an dem Zuzüge nach Österreich am lebhaftesten beteiligt sind, sind durchweg an der westlichen Grenze Ungarns gelegen. Insbesondere kommen hierbei für die südlich der Donau gelegenen Kronländer, namentlich die betreffenden Teile Niederösterreichs und Steiermarks die "Komitate Ödenburg, Wiesenburg, Eisenburg in Betracht, für Niederösterreich nördlich der Donau, Mähren und Schlesien die Komitate Pressburg, Neutra und Trentschin, während nach Wien Ungarn, nicht nur aus samt-! liehen genannten, sondern auch aus anderen Komitaten kommen. Von den 175165 Israeliten in Wien sind 51 500, also über 29^ Staatsfremde, davon sind 44 369 ungarische Staatsbürger. Bemerkenswert ist, daß die Wanderbewegung von Ungarn nach Österreich nicht bloß einseitigen Charakter hat, sondern daß eigentlich ein Bevölkerungsaustausch zwischen den beiden Reichshälften stattfindet, wobei die von der einen Seite angeknüpften Beziehungen die Brücke zu einer gewissen Gegenbewegung bilden. Auch die nach Ungarn eingewanderten österreichischen Staatsangehörigen, welche hauptsächlich aus Böhmen, Mähren, Niederösterreich, Galizien und der Bukowina stammen, weisen einen großen Prozentsatz Juden auf. Während in Österreich im Jahre 1900 auf 1 000 Einwohner 46,84 Juden entfielen, gab es unter 1 000 nach Ungarn eingewanderten Österreichern 89,09 Juden. Besonders stark ist der Zuzug der Juden aus Galizien und der Bukowina, welche unter ihren nach Ungarn eingewanderten Landesangehörigen 26 bzw. 20^9 betragen, während sie in ihren Heimatsländern nur 12 bezw. 13^ der einj heimischen Bevölkerung ausmachen. I Letztere lassen sich hauptsächlich in den nordöstlichen Komitaten Oberungarns nieder, während die Juden aus Böhmen, Mähren und Niederösterreich nördlich der Donau sich hauptsächlich in den nordwestlichen Komitaten, (nördlich der Donau von Preßburg), die aus Niederösterreich südlich der Donau stammenden in den südwestlichen Komitaten (südlich der Donau von Preßburg) niederlassen. Viele von ihnen wenden sich auch nach Kroatien. Budapest selbst wird sowohl von galizischen als auch von westösterreichischen Juden stark aufgesucht. An zweiter Stelle (mit 21,5**) rangieren unter den staatsfremden Juden Österreichs die russischen Staatsangehörigen, welche im letzten Dezennium stark zugenommen haben, (von 11000 auf über 17 000). Sie halten sich größtenteils in den Grenzgebieten Galiziens und der Bukowina auf, aber auch in Wien hat ihr Zuzug in den letzten 10 Jahren eine starke Zunahme erfahren. Sie bilden nahezu die Hälfte (43^) der galizischen Immigranten überhaupt. Als nächststarkes auswärtiges Element erscheinen die Angehörigen der Balkanstaaten (über 4000), hauptsächlich Rumänen, welche, ebenso wie ihre russischen Glaubensgenossen zufolge der Bedrückung der Juden in ihrer Heimat nicht bleiben können. Sie bilden mehr als ein Drittel der aus den Balkanstaaten in Österreich eingewanderten Bevölkerung überhaupt und halten sich zur Hälfte in Wien auf. Unter den in Österreich wohnhaften Angehörigen des deutschen Reiches und Italiens sind die Juden nur verhältnismäßig schwach vertreten. Während die deutschen Reichsangehörigen ungefähr V-*, die Italiener Vs der Staatsfremden überhaupt betragen, bilden die Reichsdeutschen unter

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