Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 11 (1915)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Die sprachlichen Verhältnisse der Juden in Österreich
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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- 12 - den jüdischen Staatsfremden nur ungefähr 2^3 die Italiener nur 1%. Von den Deutschen wohnt mehr als die Hälfte in Wien, außerdem sind sie in den industriellen Gebieten Schlesiens und Nordböhmens vertreten. Die italienischen Juden, ungefähr 3000 an der Zahl, halten sich hauptsächlich im Süden des Staates, dem Küstenlande, Dalmatien und Südtirol auf. Von den Nachbarstaaten ist noch die Schweiz zu nennen, deren wenige in Österreich wohnhafte Juden sich meist in Wien, aber auch in Tirol und Vorarlberg aufhalten. Die Zahl der staatsfremden Juden aus anderen nicht angrenzenden Staatsgebieten ist nur verhältnismäßig gering und beschränkt sich größtenteils auf Wien. Es möge noch festgestellt werden, daß von den rund 81 000 staatsfremden Juden Österreichs über 51 000, sohin ungefähr 2/, in Wien wohnen. Hier halten sich von den ungarischen und schweizer Juden ungefähr s/i, von den Reichsdeutschen, Bosniern, den Angehörigen der Balkanstaaten und der nicht angrenzenden Staaten ungefähr die Hälfte, von den Russen l/6 auf. Die Italiener sind in Wien am schwächsten vertreten (nur ungefähr 10^). — Schließlich sollen noch im Anschlüsse an die sprachlichen Verhältnisse einige Worte über die Geschlechtsverhältnisse der Juden Österreichs gesagt werden. Auch hier ist ebenso wie bei der Gesamtbevölkerung Österreichs ein Frauenüberschuß zu konstatieren. Während im Jahre 1890 auf 1000 Männer 1039 Frauen, im Jahre 1900 1042 Frauen entfielen, kommen nach der Volkszählung 1910 auf 1000 Männer 1036 Frauen. Während Wien hauptsächlich infolge des Zuzuges der an der Wanderbewegung mehr beteiligten Männer einen Männerüberschuß aufweist, besitzt Galizien einen Frauenüberschuß von über 2400, Böhmen und die Bukowina von je 1000 Personen. In den übrigen Kronländern sind Männer und Frauen ungefähr in gleicher Zahl vertreten. Zur besseren Veranschaulichung dieser Geschlechtsverhältnisse in den einzelnen Kronländern wurde anschließend an die Tabellen I und II die Unterscheidung der Juden nach Geschlechtern in den einzelnen Kronländern angeführt. — Der jetzt tobende Weltkrieg wird wohl auch in den statistischen Verhältnissen der österreichischen Judenschaft im kommenden Dezennium tiefgreifende Veränderungen hervorrufen. Nichtsdestoweniger hegen wir die feste Zuversicht, daß mit dem Siege der verbündeten österreichisch-ungarischen und deutschen Waffen nicht nur die österreichischen Juden diese schicksalsschwere Zeit glücklich überwinden werden, sondern daß auch für unsere derzeit noch innerhalb der russischen Grenzpfähle schmachtenden Glaubensgenossen eine neue bessere Ära heranbrechen wird. Per aspera ad astra! Die Ronfession der Rinder iöüisc&er Eitern in GrsS-Berün. Von Dr. Bruno Blau, Berlin Bei den Auszählungen, welche das Sta- Statistik der Juden begonnene Untertistische Amt der Stadt Berlin und suchung über die jüdische Bevölkerung das Kgl Preuß. Statistische Lan- Groß-Berlins vorgenommen haben, ist auch desamt für die von dem Bureau für eine Zusammenstellung der jüdischen Ehe-