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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-11-01 · Heft 11-12 (November 1914) · p. Seite 154

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 11-12 (November 1914)
Article
Die Juden in Groß-Berlin
Date
1914-11-01
Page
Seite 154 (sequence 4)
Language
German
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- 154 — renzierung ist für die Betrachtung der Berliner Judenheit von besonders großer Bedeutung, weil nur ein kleiner Teil derselben ortsgebürtig ist und die Juden von Ost und West, von Süd und Nord, aus dem Reiche und vom Auslande nach Berlin zusammenströmen. Die Kombination von Zuzugszeit und Qebürtigkeit, die wir später behandeln, wird nicht nur auf die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in den 6 Stadtkreisen Licht werfen, sondern auch einen Beitrag bilden zur Geschichte der Judenheit in den einzelnen Ländern, aus denen sie nach Berlin abgewandert ist. Die jüdische Bevölkerung von Berlin und den fünf Stadtkreisen setzt sich nach der Gebürtigkeit folgendermaßen zusammen: absolut: Gebüitigkeit Berlin Chg Schbg Wlmdf Nklln Lchtbg Ortsgebürtig..... Sonst in Preußen geb. . Sonst in Deutschland geb. Im Ausland geb. . . . 29 394 41 370 3 675 15 524 1552 16513 1447 2 996 651 8 865 865 1260 429 7 277 714 1 278 216 1341 119 404 113 742 27 221 Zusammen 90 013 22 508 11641 9 698 2 080 1 103 prozentual: Ortsgebürtig..... Sonst in Preußen geb. . Sonst in Deutschland geb. Im Ausland geb. . . . 32;67 45,96 4,08 17,24 6,88 73,36 6,43 13,31 5,59 76,15 7,43 10,82 4,42 75,03 7,36 13,18 10,38 64.47 5,72 19,42 10,24 67,27 2,44 20,04 Zusammen 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 Lassen wir Berlin außer acht, das wir bereits an anderer Stelle besprochen haben, so zeigt sich, daß der Prozentsatz der Ortsgebürtigen nicht, wie zu erwarten war, in den relativ ältesten jüdischen Gemeinden Charlottenburg und Schöneberg am höchsten ist, sondern in Neukölln und Lichtenberg, den jüngsten Ansiedelungen. Dies kommt zweifellos daher, weil in diesen beiden Orten, wie aus der Zusammenstellung ersichtlich ist, die Ausländer mit einem beträchtlich hohen Prozentsatz vertreten sind. Die im Vergleich zu den Inländern höhere Geburtenziffer bei der ausländischen Bevölkerung tritt in der größeren Anzahl von Ortsgebürtigen in den von den Ausländern stark durchsetzten Gemeinden in die Erscheinung. Die sonst in Preußen Gebürtigen stammen zum erheblichen Teil aus Berlin selbst. In der Stärke ihres Prozentsatzes kommt die Verschiebung zum Ausdruck, welche in der Verteilung der in Berlin gebürtigen Bevölkerung auf die fünf Stadtkreise eingetreten ist. Die Binnenwanderung im engeren Sinne — innerhalb Großberlins — und im weiteren Sinne — innerhalb Preußens — spiegelt sich in nachstehender Zusammenstellung wieder. Wenn auch die Bewegung der Juden in Preußen außerdem auch nach anderer Richtung hin stattgefunden hat, so nach Posen, Breslau, in die Westprovinzen, so stellt doch Berlin das hauptsächlichste Ziel der Wanderströme dar, und darum ist. die Verteilung der in Groß-Berlin ansässigen jüdischen Bevölkerung nach ihrer Gebürtigkeit in den preußischen Provinzen typisch für die Stärke des Zuges, welcher die Juden in den einzelnen Provinzen erfaßt hat.

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