Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- Das Lernbedürfnis der preussischen Juden im Lichte der Statistik
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2650397-3187742-3187749-3193622--4295-3193649- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 87 — Nach Fakultäten befanden sich unter je | 100 reichsinländischen Studierenden in der jurist Fakultät 1902: 8,91 Juden ] » » » » 1905: 9,35 H * * n „ 1911': 10,22 „ in der medizin. Fakultät 1902: 15,04 Juden : n n n 1905: 16,14 ,! „1911: 12,02 , \ in der philosoph, Fakultät 1902: 5,77 Juden; „ „ „ „ 1905: 4,88 „ „ „ „ „ 1911: 2,64 „ Die juristische Fakultät erfreut sich also innerhalb des Zeitraumes, für den hier die Zahlen vorliegen, eines vermehrten Interesses bd den Juden. Bei der medizinischen Fakultät scheint das Interesse zu wechseln, während sich bei der philosophischen eine stark sinkende Tendenz zeigt. Im übrigen j ist der auf die jüdischen Studierenden entj fallende Anteil an der juristischen und der I medizinischen Fakultät fast 4 und 5 mal so groß als der an der philisophischen. In dem letzten Jahre, für das Zahlen vorliegen, 1911, machen die jüdischen Studenten in der philosophischen Fakultät noch nicht yg0 aller Studierenden aus, in der juristischen über Vio» *n ^er medizinischen etwa y8. Im Durchschnitt der männlichen Bevölkerung jedes Bekenntnisses waren 1902: 8,38 evangelische Studenten auf 10 000 evangelische j männliche Personen, 6,62 desgl. katholische, j 55,58 desgl. jüdische. 1905 waren evangelische 8.81 ,, katholische 7,38 jüdische 58,73 I 1911 „ evangelische 13,19 j katholische 9,19! „ jüdische 66,22! Es beschickt also die jüdische Bevölkerung verhältnismäßig am zahlreichsten die; Universität, und zwar mit steigender Tendenz, \ ebenso wie bei den anderen Konfessionen, j während, wie wir oben gesehen haben, der | relative Anteil der jüdischen Studenten an der Gesamtzahl der Studierenden abnimmt. Mit einem 5 bis 7 mal so geringen Anteil folgten die evangelische und die katholische Bevölkerung. Die bisher angeführten Zahlen bezogen sich nur auf Reichsinländer. Unter den in Preussen studierenden Ausländern, deren Anwachsen jetzt zu beschränkenden Maßnahmen geführt hat, ist die Zahl der Juden besonders groß. In absoluten Zahlen angegeben, studierten an preußischen Universitäten reichsausländische Juden in der juristischen Fakultät im Jahre 1911: 68, in der medizinischen 574, in der philosophischen 144. Bekanntlich richtete die Agitation sich auch vornehmlich gegen die ausländischen Kliniker. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der ausländischen Studenten waren in der juristischen Fakultät 35,60 in der medizinischen 12,02% und in der philosophischen 16,11^ Juden. Im übrigen ist bei der juristischen Fakultät, ebenso wie bei den Inländern, der Anteil der ausländischen Juden an den in Preußen studierenden Ausländern im Steigen: 1902: 21,7 ^, 1911: 35.6 Bei der medizinischen Fakultät steigt er auch, hier im Gegensatz zur inländischen Bevölkerung: 1902: 51,4 >7, 1911 72,0^. Und in der philosophischen Fakultät fällt er wie bei den Inländern: 1902: 30.7;,;, 1911: 16,1^. Insgesamt ist aber bei den ausländischen Studierenden der Anteil der Juden viel größer als bei den inländischen, und es treffen jene schon erwähnten beschränkenden Maßnahmen am schwersten die Juden. Von den studierenden Frauen waren 1911 in Preußen über y10 (11,21 %) Jüdinnen. Von den nichtjüdischen weiblichen Studierenden wandten sich 80 bis 90 % den Fächern zu, die zur Vorbereitung für den künftigen Lehrerberuf dienen. Anders bei