Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- Das Lernbedürfnis der preussischen Juden im Lichte der Statistik
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
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2 von diesen Schulen sind in Berlin und 1 im Regierungsbezirk Hannover gelegen. Anerkannte höhere Töchterschulen gab es am 1. Februar 1912 (Vgl. für 1901: Statistik der Juden, Band 1, und für 1912: Statistische Korrespondenz 1912 Nr. 20) in Preußen 466, die von 153524 Schülerinnen besucht wurden. Von diesen waren 11278 7,3 % Jüdinnen gegen 67,9 % evangelische und 24,6 % katholische Mädchen« Im Jahre 1901 waren unter 126 920 Schülerinnen der höheren Mädchenschulen 12600 Jüdinnen, also beinahe 10?*'. Wir konstatieren also eine Abnahme des Anteils der Jüdinnen. Von den 1912 die höheren Töchterschulen besuchenden Schülerinnen gingen 2692 in Staatsanstalten, darunter 232 8,6 % Jüdinnen, 89894 in Gemeindeanstaiten, darunter 7 218 8,0% Jüdinnen, 21933 in Stiftungsanstalten, unter denen sich viele Kiosterschulen befinden, daher nur 626 2,9^ Jüdinnen, 39005 in Privatanstalten, darunter 3202 8,2 % Jüdinnen. Der Anteil der Jüdinnen in den Staats-, Gemeinde- und Privatanstalten war demnach ungefähr gleich. Für die sogenannten höheren Knabenschulen liegt wiederum Vergleichsmaterial seit längerer Zeit vor. Der Gleichmäßigkeit halber wollen wir die Zahlen für 1886 und 1911 gegenüberstellen (Vgl für 1886: Statistik der Juden, Band 1, und für 1911: Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen, 28. Ergänzungsheft). Auf den Gymnasien und Progymnasien waren 1886 7893 9 % sämtlicher Schüler Juden, im Jahre 1911 nur 6 249 6%, auf den Vorschulen zu den Gymnasien 1886: 1404 13?*, 1911 1435 10 #. Auf den Realgymnasien und Realprogymnasien waren es 1886: 2704 8 1911: 3008 6 auf den Vorschulen zu den Realgymnasien und Realprogymnasien 1886 und 1911 je 9^ (568 bezw. 946). Auf den Oberrealschulen waren es 1886:308 6^, 1911 1678 4?*, auf den dazu gehörenden Vorschulen 1886: 22 3#, 1911: 259 4^'. Auf den Realschulen und höheren Bürgerschulen waren es 1886: 1420 13 ^, 1911 1807 6 %\ auf den dazugehörenden Vorschulen 1886: 504 16 ^, 1911: 389 10"*. Und insgesamt auf den preußischen höheren Knabenschulen einschliesslich der Vorschulen waren es 1886: 14823= 9 %\ 1911: 15771 6 < Wir stehen also vor der Tatsache, daß, ebenso wie bei den Volksschulen, der Anteil der jüdischen Schüler auch auf den höheren Schulen abgenommen hat. Wir mutmaßten oben, daß zwei Gründe für die Abnahme der jüdischen Schüler der Volksschulen im Verhältnis zu sämtlichen Schülern vorlägen, einmal die geringere Vermehrung der Juden innerhalb der gesamten Bevölkerung, zum anderen eine Abwanderung der jüdischen Schüler in höhere Schulen, sodaß also ein Teil des Verlustes als Gewinn bei den höheren Schulen wieder einzubuchen wäre. Beide Mutmaßungen werden durch die Statistik bestätigt. Im Jahre 1886 besuchten von 100 jüdischen Schülern 53 die Volksschule, 25 eine Mittelschule oder höhere Mädchenschule, 22 eine höhere Knabenschule. Nach den neuesten Zahlen war der Anteil der Volksschüler 36 (anstatt 53), der der Mittelschüler, einschließlich der Schülerinnen der höheren Mädchenschulen, 36 (anstatt 25), der der Schüler der höheren Knabenschulen 28 (anstatt 22). Bei den nichtjüdischen Schülern ist die Verschiebung nur ganz geringfügig, wenn auch im gleichen Sinne: 1886: 94 # und 1911: 91 # auf Volksschulen, 1886: 4%' und 1911 5 % auf: Mittelschulen, 1886: 3 %x und 1911 A% auf: höheren Schulen. Auch die andere Behauptung, daß die Zahl der jüdischen Kinder