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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · p. Seite 53

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Article
Die gegenwärtige Sterblichkeit der jüdischen und christlichen Bevölkerung des Großherzogtums Hessen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen
Date
1914-04-01
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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- 53 — storbenen sind bei den Juden nur 14,1 Knaben unter 15 Jahren, bei den Christen dagegen 38,7 (bei den Mädchen 13,6 gegen 34,5). Dieses Verhältnis der männlichen und weiblichen Gestorbenen dreht sich bei den alten Juden und Christen um. Mehr wie die Hälfte (56,6 %) der gestorbenen männlichen Juden ist über 60 Jahre alt, während dieser Anteil bei den männlichen Christen auf ein Drittel (32,9) sinkt. Für das weibliche Geschlecht gilt die gleiche Feststellung (57,7 jüdische Frauen im Alter von 60 und mehr Jahren gegen 37,5 $ bei den christlichen). Bis jetzt hat sich die Betrachtung auf die Lebenden für sich und auf die Gestorbenen für sich beschränkt. Von der Größe der Sterblichkeit war noch keine Rede. Denn diese läßt sich aus der Zahl der Gestorbenen allein nicht beurteilen, sondern erst dann, wenn man deren Zahl zur Zahl der Lebenden ins Verhältnis setzt. In der Regel berechnet man, wieviel Gestorbene einer bestimmten Altersklasse jährlich auf 1000 Lebende derselben Altersklasse kommen. Wenn also im vorangegangenen dargelegt ist, daß sich unter den gestorbenen Juden verhältnismäßig mehr alte Leute befinden als bei den gestorbenen Christen, so ist damit hinsichtlich der Sterblichkeit der Juden und Christen noch nichts ausgesagt, insbesondere auch nicht, daß die Sterblichkeit der alten Juden größer sei, als die der alten Christen. Die Sterblichkeit der beiden Bevölkerungsgruppen soll uns nunmehr im folgenden beschäftigen. 4. Die Sterblichkeit der Juden und Christen ohne Unterscheidung nach Geschlecht und Alter 1906/10. Im Großherzogtum Hessen starben im Zeitraum 1906/10 durchschnittlich jährlich 344 Juden und 18 946 Christen oder, auf 1000 Lebende jeder Konfession berechnet, 14,1 Juden und 15,5 Christen. Letztere Zahlen, die angeben, wieviel Gestorbene auf 1000 Lebende durchschnittlich jährlich kommen, nennt man allgemeine Sterbeziffern. Die jüdische allgemeine Sterbeziffer ist um 9 % kleiner als die christliche. Aber nicht bloß in Hessen, sondern auch in anderen Ländern erfreuen sich die Juden einer geringeren Sterblichkeit als die übrige Bevölkerung. Es seien dafür nur einige Beispiele gegeben: Auf 1000 Lebende kommen jährlich Gestorbene bei der bei den übrigen Juden Bevölkerung in Preußen 1906/10 . . 13,8 17,4 in Bayern 1906/10 . . 12,7 20,5 in Hessen 1906/10 . . 14,1 15,5 in Westösterreich 1900/01 14,3 24,0 in Galizien 1900/01 . . 19,3 27,5 Es wäre jedenfalls interessant, für möglichst viele Staaten und Länder die Sterblichkeit der Juden mit der der übrigen Bevölkerung zu vergleichen. Zu beachten ist, daß die allgemeinen Sterbeziffern der Christen von Preußen, Bayern und Hessen unter sich viel größere Unterschiede aufweisen als diejenigen der Juden. Bei den Christen beträgt die Spannung 5,0, bei den Juden nur 1,4. Daß die Sterblichkeit der Juden in Hessen mit der der Juden in Preußen und Bayern große Ähnlichkeit hat, daß insbesondere die jüdische Sterblichkeit in diesen 3 Staaten während der letzten 35 Jahre fast gleichmäßig von rund 18 auf rund 14 zurückgegangen ist, möge aus der Tabelle IV entnommen werden. Auch die Geburtsverhältnisse der jüdischen Bevölkerung von Preußen, Bayern und Hessen zeigen große Uebereinstimmung, was ebenfalls aus der Tabelle 4 zu ersehen ist. Auf 1000 Juden kommen im Zeitraum 1876/80

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