Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Die gegenwärtige Sterblichkeit der jüdischen und christlichen Bevölkerung des Großherzogtums Hessen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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- 52 — die Zahlenunterschiede von Knaben und Mädchen mit zunehmendem " Alter immer geringer und sind im 5. Lebensjahr nicht mehr vorhanden. Der verschiedene Altersaufbau der Juden und Christen ist für die Beurteilung der Sterblichkeit besonders dann von Wichtigkeit, wenn die Sterblichkeit der Juden und Christen ohne Unterscheidung des Alters berechnet wird (allgemeine Sterbeziffern). Daß bei den Juden verhältnismäßig mehr alte Leute sterben als bei den Christen, ist nach dem verschiedenen Altersaufbau leicht erklärlich, ebenso die Tatsache, daß umgekehrt verhältnismäßig weniger Kinder sterben, weil eben die Juden kinderärmer sind. Der Berechnung der Säuglingssterblichkeit legt man in der Regel nicht die bei der Volkszählung ermittelte Anzahl der Kinder im 1. Lebensjahr zugrunde, sondern die Zahl der Lebendgeborenen. Es würde zu weit führen, wollte man hier darlegen, warum so verfahren wird. Die Zahl der Lebendgeborenen beträgt bei den Christen für den Zeitraum 1906/10 durchschnittlich jährlich 18 581 männliche und 1.7 544 weibliche, bei den Juden für 1901/12 durchschnittlich jährlich 228 männliche und 217 weibliche. 3. Die gestorbenen Juden und Christen nach Geschlecht und Alter 1901/12 bezw. 1906/10. Um die Größe der Sterblichkeit nicht durch Zufälligkeiten beeinflussen zu lassen, muß man der Berechnung eine hinreichend große Anzahl von Gestorbenen zugrunde legen. Für die Christen ist der 5jährige Zeitraum 1906/10 gewählt, in welchem 48 338 männliche und 46 322 weibliche Personen gestorben sind. Im gleichen Zeitraum sind 849 männliche und 869 weibliche Juden gestorben. Deren Anzahl schien zu gering. Es ist deshalb für sie der 12jährige Zeitraum 1901/12 genommen worden. In diesem starben 1987 männliche und 2003 weibliche Juden. Wie sich die Zahl der gestorbenen Juden und Christen auf die 6 Altersklassen verteilt, ist aus der Tabelle II zu entnehmen. Besonders ist zu beachten, daß immer mehr männliche als weibliche Säuglinge, daß dagegen mehr alte Frauen als Männer sterben. Tabelle IL Zahl der gestorbenen Alters¬ Juden Christen klassen in 1901/12 in 1906/10 männl. weibl. männl. j weibl. unter 1 199 174 13 034 1 10 290 1 14 82 98 5 669 1 5 701 15 29 107 99 3 339! 3 493 30 -59 474 477 10 373 | 9 486 60-69 453 427 6 809 i 7 125 70 und mehr 672 728 9 114 i 10 227 zusammen 1987 2 003 48 338 46 322 Berechnet man, siehe Tabelle III, wie sich die gestorbenen Juden und Christen auf die 6 Altersklassen prozentual verteilen, so findet man ähnliche Unterschiede, wie bei dem prozentualen Altersaufbau der lebenden Juden und Christen in der Tabelle!. Hier wie dort sind die Altersklassen der Kinder bei den Juden schwach, bei den Tabelle III. Altersklassen Je 100 Gestorbene verteilen sich auf die nebenstehenden Altersklassen bei den Juden 1901/12 bei den Christen 1906/10 männl | weibl männl. | weibl. unter 1 1—14 15-29 30-59 60-69 70 und mehr 10,0 4,1 5,4 23,9 22,8 33,8 8,7 4,9 4,9 23,8 21,3 36,4 27.0 1 22,2 11.7 12,3 6,9 7,5 21,5 20,5 14.1 15,4 18.8 | 22,1 zusammen 100,0 100,0 100,0 100,0 Christen stark besetzt; die hohen Altersklassen (von über 60 Jahren) sind umgekehrt bei den Juden stark und bei den Christen schwach besetzt. Unter 100 männlichen Ge-