Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Die gegenwärtige Sterblichkeit der jüdischen und christlichen Bevölkerung des Großherzogtums Hessen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
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durchschnittlich jährlich rund 31 lebendgeborene Juden. Diese allgemeine Geburtsziffer ging bis zum Zeitraum 1906/10 in Tabelle IV. Zeitraum Auf 1000 Juden kommen jährlich Lebendgeborene Gestorbene1) Mi (ÄenB als Gestorbne Königreich Preußen 1876/80 1881/90 1891/1900 1901/05 1906/10 31,7 26,3 21,4 18,5 17,0 17,7 16,6 14.8 14,1 13,8 14,0 9,7 6,6 4,4 3,2 Köni g r e i c h B a y ern 1876/80 1881/90 1891/1900 1901/05 1906/10 31,5 25,2 19,4 17,4 16,0 18,7 17,1 14,6 12,9 12,7 12,8 8,1 4,8 4,5 3,3 Großherzogtum Hessen 1876/80 1881/90 1891/1900 1901/05 1906/10 30,5 24,4 20,4 18,0 18,8 17,9 16,4 14,5 13,4 14,1 12,6 8,0 5,9 4,6 4,7 i) Ohne Totgeborene. allen 3 Staaten fast gleichmäßig bis auf rund 17—-18 zurück, infolgedessen auch der Geburtenüberschuß, der in der letzten Spalte der Tabelle IV dargestellt ist. Dieses gleichmäßige Verhalten der Geburts- und Sterblichkeitsverhältnisse der Juden in Preußen, Bayern und Hessen beweist doch, daß die Juden in jedem der 3 Staaten eine einheitliche Bevölkerungsgruppe bilden und daß ihre Bevölkerungsverhältnisse in diesen 3 Staaten gleichartig sind. Von diesem Gesichtspunkt aus gewinnen die Ergebnisse, die für die jüdische Bevölkerung des Großherzogtums Hessen hinsichtlich der Sterblichkeit im nachfolgenden gefunden werden, ein allgemeines Interesse, indem man annehmen darf, daß das, was für die hessischen Juden gilt, im großen und ganzen auch für die deutschen Judenzutrifft 5- Die Sterblichkeit der Juden und Christen nach Geschlecht und Alter 1901/12 bezw. 1906/10. Bei der Berechnung der allgemeinen Sterbeziffer bleibt, wie schon erwähnt, das Alter unberücksichtigt. Wenn sich also ergeben hat, daß in Hessen während des Zeitraums 1906/10 die allgemeine Sterblichkeit der Juden um 9 % geringer ist, als die der Christen, so weiß man ohne Weiteres noch nicht, ob dies auch für die beiden Geschlechter und für alle Altersklassen zutrifft. Hierüber kann nur eine Berechnung der Sterblichkeit getrennt nach Geschlecht und Alter Aufschluß geben. Mit Hilfe der Zahl der Lebenden und Gestorbenen der einzelnen Altersklassen, die in den Tabellen 1 und 2 enthalten sind, ist diese Berechnung vorgenommen worden. Das Ergebnis findet sich in der Tabelle V. Tabelle V. Altersklassen Auf 1000 Lebende jeder Altersklasse kommen jährlich Gestorbene bei den Juden 1901/12 bei den Christen 1906/10 bei der Gesamtbevölkg. 1906/10 männl. | weibl. männl. | weibl. unter 1 1 14 15-29 30-59 60-69 70 jl mli ^72,73! x)66,82 2,36 : 2,81 2,92 | 2,63 9,13 i 8,26 43,95 | 36,57 116,91 1 114,90 *) 140,29j <) 117,30 5,88| 6,01 4,07! 4,47 10,82 9,60 45,481 41,13 119,61! 114,73 0128,42 5,90 4,24 10,16 43,12 117,01 überh. 14,00 13,30 j 15,85} 15,15 15,48 *) Auf 1000 Lebendgeborene berechnet. Man sieht, daß die Säuglinge einer großen Sterblichkeit ausgesetzt sind, die sich in diesem Maß erst wieder vom 70. Lebensjahr ab wiederholt. Nach dem 1. Lebensjahr fällt die Sterblichkeit rasch und erreicht in der Zeit der Entwicklung (im Alter von 12—14 Jahren) ihren tiefsten Stand. „Dies ist", sagt Süßmilch, „die Zeit der rechten Blüte und der größten Munterkeit im Leben." In den folgenden Altersklassen nimmt die Sterblichkeit wieder zu, anfangs langsam^