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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 45

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die Juden im Königreich Sachsen von 1832 bis 1910
Date
1914-03-01
Page
Seite 45 (sequence 13)
Language
German
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- 45 - 12,36%« in den beiden Jahrfüriften, wenn man sie auch im allgemeinen als günstig bezeichnen muß. Die ganze Zusammensetzung der Bevölkerung bringt es mit sich, daß hier die Anzahl der Sterbefälle im ersten Lebensjahr größer sein muß als in Leipzig. Der Anteil derselben betrug 16,66% bezw. 21,33%. Ein ganz eigentümliches Bild zeigt die E h e z i f f e r und das Verhältnis der ungemischten zu den gemischten Ehen unter den Juden im Königreich Sachsen. (Vergib die nachfolgende Tabelle.) Verglichen mit den ungemischten Ehen ist die Zahl der Mischehen ungewöhnlich hoch. Dies kann zweierlei Ursachen haben. Entweder ist in der Tat die Neigung der Juden zur Mischehe besonders stark entwickelt oder aber, und dies dürfte vielleicht der wahre Grund sein, die Zahl der alljährlich geschlossenen ungemischten Ehen ist aus äußeren Gründen ungewöhnlich niedrig, weil die eingewanderten Juden sich auch in Sachsen nur rituell trauen lassen. Ungern. Gem. 7o der Jahr Ehen Ehe Eheziffer Mischehen 1886/90 34 20 5,22 57,63 1891/95 39 20 5,05 51,92 1896/1900 43 19 4,80 44,11 1900/05 48 20 4,18 41,91 1906/09 68 28 5,18 42,81 Eine so niedrig;e Eheziffer finden wir in keinem deutschen Bundesstaate. Sie weist große Ähnlichkeit auf mit der Eheziffer in Galizien, woher die meisten Eingewanderten stammen.. Der Prozentsatz der Mischehen ist viel höher als bei den Juden in Preußen, wo im Jahre 1910 auf 100 ungemischte Ehen 27 Mischehen entfielen. In Leipzig betrug die Eheziffer im Jahrfünft 1895—1900 5,l°/oo, 1901—1905 4,4%, und im letzten Jahrfünft 5,1 %o. Das Verhältnis der gemischten zu den ungemischten Ehen belief sich auf 21,7% bezw. 29,6% bezw. 30,8%. In Dresden ist die Eheziffer etwas höher, nämlich 5%c> im Durchschnitt der Jahre 1900—1905 und 5,3%o im Durchschnitt des Jahrfünftes 1905—1910. Dagegen war die Mischehenziffer doppelt so hoch, nämlich 52,7% bezw. 58,6%. Als Ergänzung zu vorstehenden Ausführungen mögen einige Angaben aus der Volkszählung 1910 dienen, in welcher ermittelt wurde, wieviele Angehörige der einzelnen Konfessionsgruppen in ungemischter und wieviel in gemischter Ehe leben, und auch über die konfessionelle Erziehung der Kinder aus den Mischehen sich interessante Daten finden. Kombiniert sind die ersterwähnten'Angaben mit der Staatsangehörigkeit der verheirateten Personen. Es lebten im Jahre 1910 von den dem sächsischen Staatsverbande angehörigen Juden 480 in ungemischter Ehe und 131 in Mischehe, (darunter 72 mit jüdischem Manne und 59 mit jüdischer Frau), von den übrigen reichsangehörigen Juden leben 614 in ungemischter Ehe und 149 in Mischehe (darunter 103 mit jüdischem Manne und 46 mit jüdischer Frau), endlich von den Reichsausländern lebten 1563 in ungemischter Ehe, dagegen nur 59 in Mischehe (darunter 51 mit jüdischem Manne und 8 mit jüdischer Frau). Es trafen demnach bei den Juden mit sächsischer Staatsangehörigkeit auf 100 ungemischte Ehen 27,3 Mischehen, bei den übrigen Reichsangehörigen 24,2 und bei den Ausländern 3,7. Über die Kindererziehung waren folgende Vereinbarungen getroffen. In den Mischehen zwischen israelitischem Manne und evang. - lutherischer Frau, aus denen 110 Kinder entstammten, wurden nur 24 im Bekenntnis des Mannes erzogen, 80 dagegen im Bekenntnis der Frau. In den Mischehen zwischen israelitischem Manne und röm.-kath. Frau wurden von 12 Kindern je

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