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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 44

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die Juden im Königreich Sachsen von 1832 bis 1910
Date
1914-03-01
Page
Seite 44 (sequence 12)
Language
German
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44 - zu jungen Datums, so daß eine Assimilation in Bezug auf Einschränkung der Kinderzahl noch nicht eingetreten ist. Für Leipzig sind wir auch in der Lage, eine einigermaßen exakte Fruchtbarkeitsstatistik aufstellen zu können, da wir für die Zählungen von 1895, 1905 und 1910 die Zahl der im gebärfähigem Alter stehenden verheirateten Frauen (20. bis 45. Lebensjahr) kennen. In dem Jahrfünft 1895 bis 1900 trafen durchschnittlich im Jahre auf 1000 verheiratete im gebärfähigen Alter stehende Frauen 218 eheliche Geburten, im darauffolgenden Jahrfünft sogar 294, also eine überaus günstige Fruchtbarkeit. Das Verhältnis der Totzu den Lebendgeburten war im Durchschnitt der Jahre 1895 bis j 1900 2,43 %r 1900 bis 1905 2,4 W , und j endlich 1905 bis 1910 3,33 < . In Anbetracht j der hohen Zahl der Lebendgeburten \ ist die Ziffer der Totgeburten als günstig j zu bezeichnen, was hier umsomehr ins Ge-; wicht fällt, als die Bevölkerungsschicht zum j großen Teil dem Kleinhandel angehört und j die Frauen höchstwahrscheinlich am Wirt- I schaftsieben teilzunehmen gezwungen sind. | Im Gegensatz hierzu ist der Prozentsatz j der unehelichen Geburten nicht unbedeutend, j Er betrug in den bereits genannten drei Jahrfünften durchschnittlich im Jahre 7,14, 7,89 und 6,43 %. Indessen hängt dies daj mit zusammen, daß ein Teil der Ausländer; nur rituell getraut ist, sodaß die Kinder aus; diesen Ehen als uneheliche angemeldet : werden müssen. Trotz der hohen Geburtenziffer ist die Sterbeziffer recht niedrig. Sie j betrug in den erwähnten Jahrfünften durchj schnittlich im Jahre 11,88 %0, 11,93 %0 und | 10,01 %0. Hieran trägt die Einwanderung j jugendlicher Personen die Schuld, welche j bekanntlich das geringste Kontingent zu j den Sterbefäüen liefern. Es machte daher 1 auch die Quote der Sterbefälle im Alter unter 15 Jahren nur 3,88%', bezw. 3,90 bezw. 2,96 der Gesamtzahl der Sterbefälle aus. Auf die Eheschließungen werden wir im Zusammenhang mit der Betrachtung der Eheschließungen im Königreich Sachsen eingehen und wollen nur die Dresdener Verhältnisse kurz streifen. Lebendgeb. Sterbetälle Eheschi. Gesdar. Ges.- dav. im Unge¬ Ge¬ Jahr zahl imehei. zahl 1. Jahr mischt. mischt, 1900 54 3 28 5 9 3 1901 57 6 33 4 15 10 1902 70 3 34 8 14 4 1903 56 6 46 7 14 9 1904 66 5 38 9 15 5 1935 58 2 45 4 14 10 1906 76 2 32 6 14 9 1907 66 4 33 7 15 6 1908 68 6 47 10 20 5 1909 88 4 51 12 16 11 1910 57 4 46 9 10 13 1911 65 5 47 10 10 12 Die absolute Zahl der Geburten schwankt von Jahr zu Jahr, hatte ihren höchsten Stand im Jahre 1900, zeigte im großen und ganzen aber eine steigende Tendenz, wenn auch nicht in so ausgesprochener Weise, wie wir es bei Leipzig gesehen haben. Die Geburtenziffer betrug im Jahrfünft 1900 bis 1905 23318%0, dagegen im darauffolgenden nur 18,9/5%, und dies, obgleich in der Zwischenzeit, wie uns die Zusammensetzung nach der Staatsangehörigkeit zeigte, das ausländische Element sich stärker vermehrt hat. Es mag dies vielleicht damit zusammenhängen, daß in Dresden immer noch fast die Hälfte der Bevölkerung inländisch ist, oder sich die Ausländer rascher assimilieren als in Leipzig. Der Prozentsatz der unehelichen Geburten belief sich auf 6,26 bzw. 6,67, war also nur halb so groß wie in Leipzig. Die Gründe brauchen nicht erörtert zu werden. Die Sterblichkeit war dagegen höher, sie betrug 18,79 %0 bezw.

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