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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die Juden im Königreich Sachsen von 1832 bis 1910
Date
1914-03-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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- 38 - Der prozentuale Anteil derselben hat sich von 1885 bis 1910 mehr als verdoppelt, d. h. die jüdische Bevölkerung hat sich in diesen 25 Jahren doppelt so stark vermehrt, als die übrige Bevölkerungsmasse. Die stärkste Zunahme weist das Jahrfünft 1895 bis 1900 auf. Im großen und ganzen zeigt die Entwicklung die uns bekannten Schwankungen, welche jedes Land und jede Stadt zeigen, deren Bevölkerung durch Zuwanderung sich vermehrt. Einem Jahrfünft mit starker Zunahme folgt stets eine Zeit mit schwächerer Vermehrung, weil das Land nicht im stände ist, ununterbrochen in gleichem Maße die Schar von Zuwanderern aufzunehmen. Die außerordentlich geringe Zunahme von 1890 bis 1995 hat Alphonse Levy in seinem oben zitierten Werke auf die damals in Sachsen herrschende stark antisemitische Strömung zurückgeführt, eine Erklärung, die sehr viel Wahrscheinlichkeit für sich hat. Nach dem Geschlechte setzte sich die jüdische Bevölkerung in den Jahren 1905 und 1910 folgendermassen zusammen. 1905 1910 m. 7886 9468 w. 6811 8119 Es trafen auf 1000 weibliche Personen im Jahre 1905 1151 männliche Personen, im Jahre 1910 1166, also ein sehr starker Männerüberschuß, der sich gesteigert hat. Das ist natürlich nur auf die Einwanderung zurückzuführen, an welcher das männliche Geschlecht einen stärkeren Anteil als das weibliche nimmt Bei der Gesamtbevölkerung überwiegt umgekehrt das weibliche Geschlecht was im allgemeinen der Fall ist. Die Gesamtbevölkerung setzte sich im Jahre 1910 zusammen aus 2 323 903 männlichen und 2 482 752 weiblichen Personen. Ober das Geschlecht in Verbindung mit der Staatsangehörigkeit werden wir später handeln. Zuvor noch einige Worte über die; Altersgliederung im Jahre 1905.; Für das Jahr 1910 existieren hierüber keine | Angaben. Es waren damals unter 14 Jahre | alt 3 679 Personen, über 14 Jahre 14 697, j d. h. von je 100 Juden standen im Alter I von unter 14 Jahren 25,03, im Alter von über j 14 Jahren 74,97. Vergleichen wir hiermit j die allgemeine Altersgliederung, so lauten j die entsprechenden Zahlen für die Gesamtbevölkerung 33,5 bezw. 66,5°/0. Daß die jüdische Bevölkerung in der Altersklasse bis 14 Jahre um 8°/0 schwächer vertreten ist als die Gesamtbevölkerung, hängt natürlich! ebenfalls mit der Zuwanderung zusammen, j Die Entwicklung der Gesamtbevölkerung j verläuft ziemlich normal, gewiß wird auch | sie von Wanderungselementen beeinflusst, | die aber nicht stark genug sind, um ihr das j Gepräge einer sogenannten Einwanderungsj bevölkerung aufzudrücken, während bei der j relativ kleinen Zahl der Juden die Wirkung I des starken Zustroms von außen sich im I Altersaufbau deutlich wiederspiegelt. Aus | diesem Grunde muß auch die Kriminalität j der Juden von jener der übrigen Bevölkerung i durchaus verschieden sein, da die Zahl der i im strafmündigen Alter stehenden Personen; unter ihnen infolge der Zuwanderung unj vergleichlich höher ist als bei der Gesamtj bevölkerung. Unterscheiden wir auch hier j nach dem Geschlechte, so machen wir die; Wahrnehmung, daß in der Altersklasse o | bis 14 Jahre bei den Juden sich nahezu I ein Gleichgewicht der Geschlechter zeigt. Es | standen 1878 männlichen Personen 1801 | weibliche Personen gegenüber. Das ist | darauf zurückzuführen, daß unter den Ge- : burten das weibliche und männliche Geschlecht j nahezu gleich stark vertreten sind und daß I bei den eingewanderten Kindern die Zahl j der Knaben und Mädchen ebenfalls annähernd I gleich groß ist Der Unterschied zeigt sich

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