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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 37

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die Juden im Königreich Sachsen von 1832 bis 1910
Date
1914-03-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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- 37 - Ganz deutlich zeigt sich auch hier der l gewaltige Abstand in der Zunahme seit 1875 j bis 1885, verglichen mit den vorangegangenen j Jahren. Ob dies auf ein Nachlassen der! Fruchtbarkeit oder auf ein Sinken der Zu-! Wanderung oder endlich auf gleichzeitige! Abwanderung, wie dies in anderen Bundesi Staaten der Fall gewesen ist, zurückzuführen ist, entzieht sich vollkommen der Feststellung, da wir für Sachsen weder die Geburtennoch die Sterbezahlen nach der Konfession kennen. Wir besitzen nur die Ziffern der Eheschließungen seit 1885. Tatsache bleibt j jedenfalls, daß die absteigende Bewegung j in jener Zeit auch die jüdische Bevölkerung j aufs tiefste erfasst hat. Von 1885 an beginnt die neueste Epoche. Sie ist charakterisiert durch ein in schnellerem Tempo ansteigendes Emporblühen der jüdischen Bevölkerung, das auf j die relativ sehr bedeutende Zuwanderung; aus dem Auslande zurückzuführen ist Öster-! reich-Ungarn und Rußland bilden die hauptj liebsten Länder, aus denen die Einwanderer | stammen. Dem Umstände, daß die sächj sische Bevölkerung im allgemeinen stark mit j Ausländern durchsetzt ist, ist es zu verdanken, daß die sächsische Statistik der Zusammensetzung der Bevölkerung nach Gebürtigkeit und Staatsangehörigkeit in der j neuesten Zeit größeres Augenmerk zuwendet j und für die beiden letzten Zählungen für j die einzelnen Konfessionen die Staatsangej hörigkeit mit Unterscheidung nach dem Gej schlechte ausgeschieden hat. Auch der AIj tersaufbau ist für das Jahr 1905 wenigstens nach den beiden Gruppen 1 bis 14 und über 14 Jahre mitgeteilt worden. Eine recht wertvolle Ergänzung zur Landesstatistik bildet für uns die ausgezeichnete städtische Statistik von Dresden und Leipzig. Namentlich für Leipzig sind dieVolkszählungen seit 1885 mit solcher Ausführlichkeit, wasdie Konfessionen anlangt, bearbeitet worden, daß man abgesehen vonMünchen für keineeinzige jüdische Gemeinde in Deutschland eine so fein detaillierte Bevölkerungsstatistik besitzt. Es wird dort für alle Konfessionen das Geschlecht der Altersaufbau (nach fünfjährigen, für mancheZählungen sogar nach einjährigen Altersklassen) festgestellt, kombiniert mit dem Familienstand. Da außerdem die Daten der Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen nach der Konfession ausgezählt werden, läßt sich sogar eine exakte Fruchtbarkeitsstatistik herstellen und die Stärke der Zuwanderung in den einzelnen Jahrfünften genau ermitteln. Für unsere Zwecke ist dies insofern von ganz besonderer Bedeutung, weil ja in Leipzig ein sehr großer Teil der jüdischen Bevölkerung des Königreichs Sachsen wohnt und weil hier die ausländischen Elemente sehr stark vertreten sind, sodaß wir gleichzeitig über die beiden wichtigsten Punkte, über die Zusammensetzung nach der Staatsangehörigkeit in früheren Jahren und die natürliche Vermehrung wertvolle Aufschlüsse erlangen können. Wir werden daher im Folgenden unsere Betrachtung hauptsächlich Leipzig und in etwas schwächerer Weise Dresden zuwenden. Zuvor aber mögen die Ergebnisse der Zählungen seit 1885 für ganz Sachsen uns einen Überblick über den Verlauf der Entwicklung seit dieser Zeit geben. Gesamt- Prozentsatz Prozentuale Zu¬ Jahr Bevölkerung Juden derJud. nähme der Juden 1885 3 182 003 7755 0,24 20,8 1890 3 502 684 9368 0,27 5,7 1895 3 787 688 9902 0,26 25,0 1900 4 202 216 12 378 0,29 18,7 1905 4 508 601 14 697 0,32 19,7 1910 4 806 661 17 587 0,53 — Sachsen ist der einzige Bundesstaat in Deutschland, der infolge der Zuwanderung in den letzten 25 Jahren ein ununterbrochenes Wachstum der jüdischen Bevölkerung zeigt,

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