Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1914)
- Article
- Die jüdischen Frauenvereine in Deutschland
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
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— 22 verfertigten in den-2 Jahren 231 Kleidungsstücke für Kinder. Die Unterstützung beschränkt sich naturgemäß auf weibliche j Arme und Kinder. 3. Komitee für geistige Interessen. , Durch eine Reihe von Vorträgen auf den ver-; schiedensten Gebieten menschlichen Wissens, > über soziale Probleme, über Stellung und i Arbeit des Frauen-Vereins in der modernen j Frauenbewegung wird reiche Anregung! gegeben. . Außerdem besteht noch ein Geselligkeitsj Komitee, das die Mitglieder der Frauen-; Vereine einander näher bringen soll, endlich I ein Sparkassen-Komitee, das sich zur Aufj gäbe gestellt hat, die Kinder der Vereinigung j zu eigenem Sparen anzuhalten. j Ober den Rahmen eines gewöhnlichen Frauen-Vereins greift vor allem die „Weibj liehe Fürsorge" in Frankfurt a. M. hinaus, j die mehr als 10 Jahre existiert. Die Begründung; des Vereins war, wie aus seiner Tätigkeit herj vorgeht, notwendig für die Entwicklung und; Ausgestaltung der jüdischen Armen- und; Wohlfahrtspflege derStadt. Es finden wöchenti liehe Sitzungen statt zur Aussprache über alle gerneinsamen Gebiete, während die Arbeiten | einzelnen Komissionen zugeteilt werden. i Es bestehen folgende Kommissionen: j 1. D i e allgemeine Fürsorge - j K o m m i s s i o n. Sie bekommt vom AImosenkasten der jüdischen Gemeinde und \ vom israelitischen Hilfsverein Recherchen \ und Nachprüfungen; auch für den Verein; zur Bekleidung israelitischer Schulkinder und I Lehrmädchen und für die Vereine „Kindererholungsstätten" werden die nötigen Erhebungen veranstaltet. 2. Säuglingsfürsorge. Seit mehr als 20 Jahren besteht eine Beratungsstelle!! für Säuglinge, die aus der Poliklinik des i Hospitals der israelitischen Gemeinde herj vorgegangen ist, in welcher eine regelmäßige j Überwachung der Säuglinge geübt-wird. Seit 6 Jahren geschieht sie in besonderen Beratungsstunden und im Zusammenhange mit der „Weiblichen Fürsorge". Die Beratungsstelle ist dem Frauenverband für Säuglingsfürsorge angeschlossen. Die stillenden Mütter erhalten eine kleine Stillunterstützung. Die Haltefrauen werden durch eine kleine Besuchsprämie für den regelmäßigen Besuch der Beratungsstunde interessiert, in besonderen Fällen werden Geldunterstützungen und Beihilfen zu den Kosten der Säuglinge gewährt. Die Zahl der Pfleglinge betrug 126. Die Säuglingsmilchküche wird von Jahr zu Jahr stärker in Anspruch genommen; in 263 Fähen im Jahre 1911. Dies erklärt sich einmal aus der gesteigerten Inanspruchnahme durch Privatärzte, dann dadurch, daß seit Begründung des Frauen verband es für Säuglingsfürsorge dessen Beratungsstelle ständig der Säuglingsfürsorge eine Anzahl meist gefährdeter Säuglinge überwiesen hat. Die Kosten wurden 143 mal von den Abnehmern gezahlt, 63 mal ganz oder teilweise von dem Verband für Säuglings-Fürsorge und dem Armen-Verein, in allen übrigen Fällen trug die Küche selbst die Kosten. 3. Kinder-Schutz-Kommissio n. Es werden Kinder in Familienpflege gegeben. Im Berichtsjahre war die Zahl der Pflegebefohlenen 83. Trotz der großen Schwierigkeit, passende Pflegestellen zu finden, gelang es, Kinder in solchen Familien unterzubringen, wo für das geistige und körperliche Wohl mehr Sorgfalt verwendet wird, als die Verhältnisse des Elternhauses oder der Familie sie zu bieten imstande sind. 4. Stellen-Nachweis für Frauen und Mädchen. Es fanden sich in der Geschäftsstelle im Jahre mehr als 2000 Personen ein, die teils Personal zu engagieren suchten, teils Arbeit, Wohnung oder sonst