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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Die jüdischen Frauenvereine in Deutschland
Date
1914-02-01
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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- 23 irgend welche Auskunft bezw. Rat nachsuchten. Auch für Berufswahl wurde gesorgt. Der jüdische Frauenbund, der durch Gründung von untereinander in Verbindung stehenden'Arbeitsnachweisen einen Austausch der in einzelnen Stellenvermittelungen gesammelten Erfahrungen ermöglicht, erleichterte die Arbeit Vom 1. 10. 1910 bis; 1911 meldeten sich Arbeitgeber für Hauspersonal 1 246 (davon religiöse 1 027), Arbeitgeber für Geschäftspersonal 231 (religiöse 100) zusammen 1 477, A rb e i t n e h m e r für Hauspersonal 874 (davon religiöse 700), Arbeitnehmer für Geschäftspersonal 212 (religiöse 112) zusammen 1086. Für 40 verschiedene Berufsarten wurden Stellungen vermittelt. 5. Wohnungs-Fürsorge-Kommission. Sie hat 100 Wohnungen besichtigt und sich bemüht, die zutage tretenden Mängel in sozialer, hygienischer und ethischer Beziehung zu bessern. Auch auswärtsbetätigt sich die „Weibliche Fürsorge", namentlich in Galizien durch Einrichtung von Kindergärten und Kinder-; horten, durch Einführung der Hauspflege,; Einrichtung von Wanderbibliotheken und durch Mitarbeit an der Bekämpfung des Wanderbettels. Die Frauenvereine sind gegenwärtig. die einzigen jüdischen Vereine in Deutschland, die sich zu einem Bunde zusammengeschlossen haben. Seit 1905 besteht der jüdischcFraucnbund mit dem Sitze in Berlin. Nach der Satzung ist sein Zweck: der Zusammenschluß der deutschen jüdischen Frauen - Vereine und weiblichen Einzelpersonen zu gemeinsamer Arbeit im Interesse der jüdischen Frauenwelt. Der Bund will sein Ziel besonders darauf richten, daß er alle jene Bestrebungen fördert, welche a) die Erziehung des Volkes bezwecken, b) das Erwerbsleben jüdischer Frauen und Mädchen erleichtern wollen. c) auf die Hebung der Sittlichkeit und Bekämpfung des Mädchenhandels hinzielen, d) geeignet sind, das jüdische Gemeiuscbaits-. bewußtsein zu erstarken. Die wesentlichste Leistung des Frauenbundes ist das Heim für sittlich gefährdete Mädchen in Frankfurt-Jsenburg, dessen Wirksamkeit im Capitel „Jugenderziehung" zur Darstellung gelangen wird. Es sind im Bunde gegenwärtig 160 Vereine mit einer Gesamtzahl von 35000 Seelen zusammengeschlossen. Die Zahl der Ortsgruppen beträgt 10. AnthFopometrisclie ünterswchungssrgelinissß bei Neugeborenen HWiscber und nictifjätfiscfier Abstammung. Von cand. med. Sigismund Peller, Wien. Aus zahlreichen an erwachsenen Individuen angestellten anthropometrischen Untersuchungen geht hervor, daß zwischen den Körpermaßen der Juden einerseits und den der nichtjüdischen Bevölkerung andererseits Unterschiede bestehen. Ein Teil der; Autoren findet darin den Ausdruck einer ethnischen Sonderstellung der Juden. Andere dagegen ziehen einzig und allein soziale und wirtschaftliche Momente zur Erklärung herbei. So wird z. B. darauf hingewiesen, daß nur der arme Jude des Londoner Ostens bedeutend kleiner ist als der Durchschnittsengländer (um 7 cm), während der reiche

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