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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Die jüdischen Frauenvereine in Deutschland
Date
1914-02-01
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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— 21 wendigkeit ergeben, nach englischem Muster die Einrichtung eines Mädchenklubs anzuregen, der 1902 gegründet wurde und jungen arbeitenden Mädchen als Ersatz und Ergänzung des Elternhauses dient. Auch in Breslau ist bereits 1891 aus den Mitteln der Lessingloge und des Frauen- : Vereins ein Mädchenheim gegründet worden, \ das denselben Zwecken dient. Es sind bis 1911 aus dem Heim 335 Mädchen hervorgegangen; der Etat betrug 30500 ^. Ebenso ist in Straßburg im Jahre 1907 . ein israelitisches Mädchenheim, genannt das ■ „Bienenstift", vom Wohltätigkeitsverein „Die! Bienen''gegründetworden, aus der Erwägung I heraus, daß es viele israelitische Mädchen j von auswärts gibt, die in Straßburg tätig j sind und dort kein geeignetes Unterkommen finden können. 1908 waren 5 Mädchen im ] Stift, im Jahre 1911 bereits 45. In Kassel existiert eine israelitische j Gesellschaft „Der Schwesternbund", dessen \ Aufgabe früher darin bestand, junge Mädchen j ausbilden zu lassen. Jetzt hat sie ein Heim i geschaffen, das ebenfalls jüdischen Mädchen j das Elternhaus ersetzen soll. Der Etat beläuft sich nahezu auf 30000 Endlich sei noch Hamburg genannt, wo sich seit 1908 ein Heim für junge Mädchen befindet, welches den im Berufe stehenj den jungen Mädchen wirtschaftliche Er- | leichterung gewähren soll Es sind 20 Pen-! sionärinnen vorhanden. Erwähnen wir zum Schluß noch unter den I allgemeinen Aufgaben, welche die Fraueni Vereine verfolgen, die Ausstattung; von Bräuten. Es gibt allerdings hierfür! eine große Anzahl selbständiger Brautaus-; stattungsvereine und Brautausstattungs- [ Stiftungen. Das, was wir bisher geschildert haben, j war die Tätigkeit der Frauen-Vereine, wie 1 sie, bald mehr bald weniger, ausgeprägt, in den Berichten fast aller größeren Vereine uns entgegentritt. Auf einem ganz besonderen Gebiete liegt die Arbeit der Frauen-Vereine, die innerhalb derLogen gegründet wurden, liegt die Tätigkeit der „W eiblichen Fürsorg e* in Frankfurt a. M., liegen endlich die Aufgaben des Frauen-Bundes. Sie sind weit umfassender und bezwecken nicht mehr die Erfüllung einzelner bestimmter Pflichten, sondern sie wollen die soziale, geistige und ethische Bildung der jüdischen Frau, ihre Heranziehung zu den Aufgaben der Glaubensgemeinschaft, ihre Mitarbeit im jüdischen Leben in gesteigertem Maße, in großzügiger Weise, mehr als dies im allgemeinen geschieht, bewirken. In welcher Weise dieses Ziel erstrebt wird, darüber soll uns die folgende Darstellung Aufschluß geben: Greifen wir einen Beficht des Frauen- Vereins der Loge in Frankfurt a. M. heraus. Es ist charakteristisch für alle derartigen Vereine, daß sie ihre Tätigkeitsgebiete genau abgegrenzt und zu ihrer Erledigung einzelne Komitees geschaffen haben. Es existiert dort beispielsweise 1. ein soziales Komitee, das die Hauspflege besorgt. Von März 1909 bis 1911 sind im ganzen 278 Pflegen geleistet worden, gemeinsam mit dem Hauspflegeverein 135, vom Verein besonders 143. Die Recherchen- und Aufsichtsbesuche wurden von den Komiteedamen gemacht, die Kosten vom Veiein getragen. 2. das Kleiderdepot des sozialen Komitees. Die Zahl der Armen, deren Not durch Überlassen von Wäsche und Kleidungsstücken gelindert wird, steigt ständig. Namentlich nach Kinderkleidern ist die Nachfrage groß. Daß man dieser Nachfrage genügen kann, verdankt man der eifrigen Mitarbeit einer Jugendgruppe. Die jungen Mädchen

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