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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-12-01 · Heft 12 (Dezember 1913) · p. Seite 172

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 12 (Dezember 1913)
Article
Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Galizien von 1895 - 1910
Date
1913-12-01
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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— 172 — schnitt 1901 — 1905 nunmehr 6,27 und 1906 bis 1910 sogar 6,33 ausmachte. — Gering ist die Mortalität der jüdischen Bevölkerung, sie ist geringer als bei allen j anderen das Land bewohnenden Nationalitäten i und Konfessionen, und erfreulicherweise verringert sie sich in der ganzen Berichtsperiode immer mehr, sowohl absolut als auch relativ. Im Zeitraum 1895—1907 ist die Sterblichkeitsziffer von 16 619 auf 14 169 gesunken, relativ von 20,81 pro Mille auf 16,60%o, also relativ um 4,217o% während bei keiner Nationalität die Besserung 4 pro Mille ausmacht. Wenn auch die Mortalitätslinie von 20,81, 19,23, 18,06, endlich 16,60 erreicht hat, so ist dennoch durch diese günstige sozialhygienische Erscheinung das Resultat der Bewegung, die Bilanz immer noch nicht begünstigt, denn die schwindende Geburtlich keit wurde nicht von der geringeren Sterblichkeit sozusagen kompensiert, was zu - nächst aus den Überschüssen in den einzelnen Perioden deutlich erhellt: die relative Überschußquote hat sich seit 1895 nicht erholt und kann trotz des Aufwärtsstrebens nicht die alte Höhe erklimmen. In dieser Hinsicht ist die jüdische Bevölkerung schlechter daran als die Polen (Römisch- Katholische) und Ruthenen (Griechisch- Katholische) und nur besser als die geringe evangelische Bevölkerung des Landes. Überschuß 1895/1900 1901/190./ Römisch-Kathoüsch . 15,59 17,54 Griechisch-Katholisch 14,55 16,10 Evangelisch .... 15,26 18,13 Juden....... 19,62 18,93 1904 1907 15,13 16,27 16,09 17,02 17,34 11,66 18,41 18,95 ist keine Infolge dieser Balanzierung Ausgleichung vorhanden und die Bevölkerungsbilanz ist bei der jüdischen Bevölkerung ungünstiger als bei anderen Nationalitäten des Landes. Wir wollen noch einige Ziffern über die Selbstmordstatistik anführen. Für die jüdische Bevölkerung Galiziens sind sie durchweg günstig: Die Selbstmordfrequenz in den Jahren 1908—1910 hat auf 10 000 Einwohner ausgemacht: absolut 1908 1909 191U beider Gesamtbevölkerung 0,53 421 424 421 „ „ Römisch-Katholisch. 0,64 226 245 242 „ „ Oriechisch-Kathol. 0,43 155 149 131 „ Griechisch-OrientaL 5,19 2 — 2 „ Evangelischen . . 0,81 5 2 2 „ . Juden...... 0,40 28 28 44 Man sieht also, daß sich zwar die Selbstmordfrequenz im Jahre 1910 stark vergrößert hat, daß im allgemeinen auch hier die Stellung der Juden eine bessere ist, aber ausnahmsweise in Galizien, denn sonst ist die Selbstmordziffer die gleiche wie bei Katholiken in allen anderen Kronländern.1) II. Auswanderung. Die Ziffern, welche in der ausgezeichneten Abhandlung von Dr. Karl v. Englisch über die österreichische Auswanderungsstatistik im Februar- und Märzheft der Statistischen Monatsschrift, sowie in den Motiven der Regierung zur Vorlage des Gesetzes betreffend die Auswanderung (No. 2027 der Beilagen zu den Stenograph. Protokollen des Abgeordnetenhauses, XXL Session 1913) enthalten sind, betreffen leider nur die absoluten Zahlen der österreichischen Auswanderung nach den Vereinigten Staaten, sonst finden wir dort Ziffern, welche die gesamte Einwanderung in Einwanderungsländer enthalten ohne Rücksicht auf das Heimatland, so daß wir uns schwer ein detailliertes Bild für die speziell galizischen Verhältnisse, die wir l) Vrgl. Dt Hans Kuttelwascher: Selbstmord und Selbstmordstatistik in Oesterreich. Statistische Monatsschrift XVII 5. 6 Heft 1912, Wien.

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