Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Galizien von 1895 - 1910
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Language
- German
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- 173 - jetzt besprechen, machen können. Auch das oben zitierte Jahrbuch derStatistik G a 1 i z i e n s folgt in diesem Punkte den . obigen Quellen. — Wir müssen uns also auf : ein Bild im ganz groben Umrissen be- \ schränken. Die nachfolgende Tabelle informiert über die Auswanderung im Zeitraum 1908—1912. Es zeigt sich zunächst daß die Ziffer der Emigration bei den Juden! seit 1910 im Fallen begriffen ist, daß sogar i das Sinken von 1911 auf 1912 ganz beträchtlich ist. Diese Fesstellung kann un- Nationalität Auswanderung in absoluten Ziffern 1908 j 1909 | 1910 1911; 1912 Polen..... Ruthenen . . . Juden ..... 26 423 36 483l 60 675 27 515 30 684 12 298! 15 468; 27 769! 17 068i 21 300 15 293! 8 431! 13142! 12 785 10 757 seres Dafürhaltens dennoch nicht verallgemeinert werden, um eine rückläufige Linie der jüdischen Auswanderung konstatieren zu können. Es mag da ein Suchen nach einer anderen Heimat eingetreten sein, nur haben wir leider aus andere Bestimmungsländern keine Daten, welche uns darin bekräftigen könnten. Sicher ist, daß die Auswanderung der Juden eine enorme ist, wenn wir anführen, daß im Zeiträume von 1902—1911 summarisch 152 590 Juden nach den Vereinigten Staaten allein ausgewandert sind, während in derselben Zeit bei den Polen 405,574, bei den Ruthenen 153 251 abgewandert sind. Wenn man erwägt, daß die jüdische Bevölkerung nach dem Stande von 1900 11,09%, hingegen 1910 10,87% der Gesamtbevölkerung betrug, so erscheint die Auswanderungsziffer z. B. im Vergleich mit den Ruthenen geradezu erschreckend. Es kommt eben nicht auf die Beteiligung an der gesamten österreichischen oder gar gesamten jüdischen Auswanderung nach den Vereinigten Staaten, sondern auf die Quote der jüdischen Bevölkerung des Auswanderungslandes, in unserem Falle Galiziens an, welche enorm ist und darauf hinweist, daß wir es hier mit einer pathologischen Erscheinung, welche ihren Grund in der wirtschaftlichen Lage hat, zu tun haben. Die Rückwanderung aus den Vereinigten Staaten erklärt schon den Charakter der Wanderung überhaupt. Wir veröffentlichen hier die Zahl der Rückwanderer nach dem oben zitierten Regierungsentwurfe für die Zeit von 1908—1912, für welche allein verläßliche Daten vorhanden sind: Polen Rum. Juden absolut 1908; 190911910 1911 1912 28048 1029219643 18499 22560 3966 1762:1819, 3719: 5339 1758 1398 1409 1827i 2121 relativ 1908U 909 1910 1911 21,5 3,0 1,4 20,8 20,4 21,4 3,6 3,8 4,3 2,8: 3,0 2,1 Bei den Juden ist also die geringste Rückwanderung wahrzunehmen, ein Umstand, welchen wir schon bei der jüdischen Wanderung nicht nur aus Galizien, sondern aus der Gesamtmonarchie sowie aus anderen Staaten konstatieren; er weist darauf hin, daß wir es hier mit einer dauernden Abwanderung zu tun haben. Eine neue jüdisch Mervenkranklseit. Von Dr. S. Weißenberg, Elisabethgrad. Während der letzten Jahre haben einige I jetzt bekannte Krankheitsform einreihen läßt namhafte Nervenärzte (B reg man, Fla tau, und der einstweilen merkwürdigerweise nur Oppenheim,Ziehen)einenSymptomenbei Patienten jüdischer Abstammung aus komplex beschrieben, der sich unter keine bis Rußland angetroffen wurde.