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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-12-01 · Heft 12 (Dezember 1913) · p. Seite 171

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 12 (Dezember 1913)
Article
Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Galizien von 1895 - 1910
Date
1913-12-01
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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— 171 — das ganze Jahr Böhmen Mähren Galizien Staatsgebiet 1895 21,0 22.8 41,6 36,1 1898 20,4 21,1 39,9 34,7 1901 17,7 19,3 38,4 33,3 1904 15,9 17,0 36,7 31,6 1907 14,0 16,7 34,4 29,8 1910 12,7 12.9 31,8 26,8 Die Differenz ist eine sehr große und steigt mit jedem Jahre, und zwar sowohl in den westlichen Ländern (Böhmen und Mähren), wo das Sinken der Geburtsziffer direkt erschreckend ist, als auch in Galizien, wo die Geburtlichkeit im letzten Jahrzehnt sogar um 6,6%o gesunken ist. Das Urteil Galassos, daß die „ärmere jüdische Bevölkerung an dem Geburtenrückgang in höherem Grade teilgenommen hat als die besser situierte", bestätigt sich leider. Der Rückgang der Geburten vollzieht sich bei den Juden mit riesiger Schnelligkeit. Wenn wir diese Erscheinung in den einzelnen Bezirken Galiziens beobachten wollten, was sehr interessant ist, würden wir dasselbe Bild erhalten: Das Sinken der Geburtsziffer ist in 72 Bezirken Galiziens zu konstatieren, in nur 9 Bezirken ist sie gestiegen. Von 56 Bezirken, in welchen im Jahre 1897 die Geburtenziffer mehr als 40 %o ausmachte, sind im Jahre 1907 im ganzen 21 Bezirke vorhanden, und während im Jahre 1897 kein einziger Bezirk eine geringere Geburtsziffer als 30 %o hatte, sind es im Jahre 1907 bereits 5. Endlich gab es im Jahre 1897 6 Bezirke mit einer Promilleziffer vonüber 50, im Jahre 1907 nur zwei. — Die Bilanz ist eine ungünstige, das natürliche Volksreservoir ist schwächer geworden, und diese hochwichtige Erscheinung des jüdischen sozialen Lebens muß*genau untersucht werden. Das kann nicht Sache dieses Aufsatzes sein: Nur die nakte Tatsache soll hier festgestellt werden. Zur zweiten Erscheinung übergehend, zur Nuptialität, verweisen wir vor allem auf die Tabelle II, welche ein allgemeines Bild dieser Erscheinung gewinnen läßt. Während Tabelle II. . JZ a — c *5 99 *o "u Cfl o 5 Jahr co IZZ '£ ° II Juden ÖJO <L> *o jr: §j§ o£ > LU < Ü2 N2 1895 24 958 23 539 3 170 337 52 004 1896 23 966 23 038 2 848 306 1 50159 1897 24 311 25164 3 065 349 1 52 890 1898 22 997 22 850 3 301 337 — 49485 1899 25 596 28 440 3 888 337 1 58 262 1900 25 677 27 714 3 927 303 — 57 621 1901 24 836 26 232 4 562 337 — 55 967 1902 24 080 24 876 4 564 339 — 53859 1903 24 516 27 225 5 068 318 2 57 129 1904 24 011 26122 5 369 284 1 55 787 1905 24 408 27 799 5 119 314 1 57 641 1906 23 911 23 758 5 091 274 — 56034 1907 22 317 23 907 4 442 259 — 50 925 1908 23 434 24 253 4 972 203 1 52 863 1909 22 891 24 762 6 417 207 1 54 288 die Entwicklung bei der römisch- und griechisch-katholischen Bevölkerung eine ungleiche ist keine aufsteigende, die Linie eine wellige mit starken Senkungen, ist das Gesamtbild bei der jüdischen Bevölkerung im allgemeinen ein erfreulicheres. Seit dem Jahre 1896 bis 1904, also in 8 Jahren, ist eine Entwicklung zu verzeichnen, die in den einzelnen Jahren eine ungleiche ist, doch alles in allem in aufsteigender Richtung sich bewegt; die rückläufige Linie beginnt mit dem Jahre 1905, als dem Grenzjahie der wirtschaftlichen Depression, bis 1907, mit welchem Jahre eine Besserung eintritt, und im Jahre 1909 haben wir die höchste Ziffer der jüdischen Heiraten und zwar 6 417. Daß die Eheziffer im allgemeinen bei den Juden im ganzen österreichischen Staatsgebiet eine günstige ist, bemerkt auch Dr. Peter Galasso in seiner Schrift (S. 419), woselbst die Eheziffer bei den Juden 1896—1900 pro Mille 4,97, im Durch-

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