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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-11-01 · Heft 11 (November 1913) · p. Seite 166

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 11 (November 1913)
Article
Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten
Date
1913-11-01
Page
Seite 166 (sequence 7)
Language
German
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— 166 - und der Gesamtzahl der ersten Zählung ergebende außerordentliche Fruchtbarkeit der Frauen in Ägypten, so versteht man, daß sich die Frauen an dem Ruf „Zurück nach Ägypten" nicht beteiligt haben. War, wie obige Erklärung annimmt, ihre Sterblichkeit in dem 39 jährigen Zwischenraum zwischen den beiden Zählungen eine geringere als bei der großjährigen männlichen Bevölkerung, so mag ihre Zahl am Ende dieser Periode verhältnismäßig größer gewesen sein, als diejenige der gleichen Altersklasse der männlichen Bevölkerung. Auch in Deutschland überwiegt vom 'zl. Jahre aufwärts in allen Altersstufen die Zahl de weiblichen Personen die der männlichen ziemlich erheblich und die Gesamtzahl der weiblichen Individuen überhaupt diejenige der männlichen überhaupt um 892 000 im Jahre 1900, 837 000 im Jahre 1910. Das ist ein weibliches Plus von 2,6%. Solches Plus ist heute eine ganz allgemeine Erscheinung, herbeigeführt durch geringere Sterblichkeit der Frauen höherer Altersklassen. Es ist schwer zu sagen, ob solches Verhältnis auch in früheren Zeiten bestanden hat, als die mit der Entbindung verbundenen Gefahren noch größer waren, denn auch für die männliche Bevölkerung waren damals die Berufsgefahren entsprechend größer. Ein dem deutschen Verhältnis vom Jahre 1911 entsprechendes weibliches Plus würde aber die Volkszahl Israels am Sinai höchstens um 25000 Köpfe erhöht haben. Die „Jüdische Statistik" (S. 431) nimmt die weibliche Bevölkerung, wie wir vor - stehend ebenfalls getan haben, in gleicher Zahl der männlichen Bevölkerung an, bemerkt aber dazu: „Da die Zahl der Männer überwogen zu haben scheint, so können wir für die Frauen höchstens eine gleiche Anzahl annehmen.'4 Ich weiß nicht, woraus der Verfasser schließen konnte, daß die Zahl der Männer damals überwogen habe. Wenn man auch annehmen kann, daß, aus den vorstehend angeführten Gründen, der weibliche Überschuß damals nicht so groß gewesen sein wird wie heute,1) so liegt andrerseits doch kein Grund dafür vor, einen männlichen Überschuß anzunehmen. Wenn wir in vorstehenden Rechnungen keinen Oberschuß von der einen oder der anderen Seite angenommen haben, so kann dadurch aus dem Verhältnis der Geschlechter eine irgend erhebliche Fehlerquelle nicht entstanden sein. Endlich wollen wir versuchen auf Basis der vorstehenden Ermittelungen zu einer Geburtenrate des Auszugsgeschlechts zu gelangen. Wir haben gesehen, daß mindestens durchschnittlich 30—40 Geburten auf jede Mutter entfallen. Es muß also jede Mutter — vermutlich vom 15. bis 45. Lebensjahre — durchschnittlich jährlich ein bis eineindrittel Kinder geboren haben — ganz gleich, in welchem Maße das „durchschnittlich jährlich* im einzelnen Falle sich durch Mehrgeburten auf weniger Jahre verteilte. Der Prozentsatz der unfruchtbaren Frauen wird in der damaligen Zeit nicht so groß gewesen sein wie heute, wo die Unfruchtbarkeit hauptsächlich durch Krankheiten bewirkt wird, die damals zum Teil weniger, zum Teil überhaupt nicht existirt haben. (Natürlich spreche ich hier nur von der unbeabsichtigten Unfruchtbarkeit). Wir dürfen also, ohne damit eine große Fehlerquelle zu schaffen, die Gesamtzahl der Frauen im Alter l) Im Hinblick auf das vorstehend über den möglichen Umfang der Vielehe im Volksganzen Gesagte, sei darauf aufmerksam gemacht, daß der heutige weibliche Ueberschuß nicht für die Jahre des 'Heiratsalters vorhanden ist. (Vide des Verfassers Arbeit: „Der Ueberschuß an deutschen Frauen und ihre Heiratsaussichten" im Schmollerschen Jahrbuch 1910).

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