Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Article
- Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten
- Date
- 1913-11-01
- Page
- Seite 165 (sequence 6)
- Language
- German
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— 165 - auch aus dem Auftreten von Epidemien erj klären, die in verschiedenen Gegenden und j Stämmen verschieden gewirkt haben mögen.; Für das Unteisichheiraten der Leviten spricht! 2. B. M. Kap. 2, V. 1 („Und es ging ein j Mann aus dem Hause Levi und nahm die 1 Tochter Levis")- Wegen der Gelegenheit; der Israeliten in Ägypten, sich mit andern; semitischen Stämmen zu verschwägern, ver-; gleiche: Dr. Sigmund Jampel, „Die Hagada! aus Ägypten/' (Frankfurt a. M., 1911, im j Verlag von J. Kauffmann). Jampel macht \ auch darauf aufmerksam — gerade in j dem Kapitel „Vermehrung der Israeliten j in Ägypten" (S. 8) — „daß unsere Vorj fahren auch die manchmal nach Hunderten \ zählende Dienerschaft durch die Aufnahme! in den Bund Abrahams einzuverleiben 1 pflegten/4 Der Lehrstand aber, der nicht in dem Maße wie die anderen Stämme auch gleichzeitig Nährstand gewesen sein kann, wird auch keine so große Dienerschaft haben; ernähren können und es erscheint auch sonst j die Aufnahme der letzteren in einen Lehrstand zum Mindesten mit Schwierigkeiten verknüpft. Auch daraus kann sich, ohne wesentlich andere Fruchtbarkeit der Frauen der Leviten nach der anderen Seite annehmen zu müssen, eine geringere Zahl des Stammes leicht erklären. Ich mache jedoch darauf aufmerksam, daß bei der Landverteilung Fremde und Sklaven ausgeschlossen waren i und die zum Zwecke derselben vorgenommene I Frauen konnten immer nur Begüterte haben und j diese bilden im Vo!ksganzen immer nur eine j Minorität. Für das Volksganze und ganze Stämme j kann Vielehe schon darum einen großen Einfluß j nicht haben, weil bei ihnen die Vorbedingung desi selben, ein großer Ueberschuß von Frauen im j heiratsfähigen Alter, fehlt. Dieser kann damals! nur nach großen Kriegen und Eroberungen vor-; handen gewesen sein, also bei den Israeliten weder; während ihres Aufenthaltes in Ägypten, noch (in großem Masse) während ihrer Wanderschaft. Zählung sich nur auf die Nachkommen Jakobs erstreckt haben soll. (Siehe Raschi zu 4. B. M. Kap. 26, V. 55: „Nach dem Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie Eigentum bekommen/') Daß Erbschaft und Zählung nach dem Mannesstamm und der Abstammung von Jakob ging, schließt aber die Kinder der Sklavinnen und anderer nicht von Jakob stammender Frauen nicht von Erbschaft und Zählung aus, sodaß der Umfang, in dem in den einzelnen Stämmen Sklavenhaltung und — vielleicht im Zusammenhang damit — Vielehe oder Einehe häufiger war, wohl einen Einfluß auf die Zahl der Stammesangehörigen ausgeübt haben kann. Schließlich sei noch auf eine Erklärung zu 4. B. M. Kap. 26, V. 64 hingewiesen, der lautet: „Und unter diesen (nämlich den Gezählten der zweiten Zählung) war kein M a n n von den Gezählten, die Moses und Aaron der Priester von den Kindern Israels in der Wüste Sinai gezählt hatten." Raschi bemerkt hierzu : „Und unter diesen war kein Mann: Auf die F r a u e n erstreckte sich die Strafe der Kundschafter nicht, weil sie das Land liebten. Die Männer hatten gesprochen : „wir wollen uns ein Oberhaupt geben und nach Ägypten zurückkehren/' (4. B. M. Kap. 14, V. 4). Die Frauen aber sagten: „Gib uns Eigentum unter den Brüdern unseres Vaters" (4. B. M. Kap. 27, V. 4) „darum folgt hier unmittelbar der Abschnitt von den Töchtern des Zelafchad." Aus der Zusammenstellung der beiden Zählungen mit dem 39 jährigen Zwischenraum geht hervor, daß die Fruchtbarkeit der Frauen in dieser Zeit keine besonders große gewesen sein wird. Es ist also anzunehmen, daß sie sich mit dem Beginn der Wüstenwanderung — und wahrscheinlich im Zusammenhang mit derselben — geändert hat. Hält man daneben die sich aus dem Verhältnis zwischen der Zahl der Erstgeborenen