Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-11-01 · Heft 11 (November 1913) · p. Seite 164

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 11 (November 1913)
Article
Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten
Date
1913-11-01
Page
Seite 164 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2650397-3187730-3187740-3193323--4074-3193350
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

164 — hältnis, in dem diese Altersklasse bei den j Leviten zur Altersklasse über 20 Jahren gej standen hat, unberechtigt, oder zum mindesten j sehr gewagt erscheinen lassen. | Der Umstand, daß bei beiden Zählungen! — sowohl bei der am Sinai, wie bei derjenigen am Ende der Wüstenwanderung — die Zahl der Israeliten auf 10 abgerundet, j die Zahl der Leviten aber auf 1000 abgej rundet ist, spricht dafür, daß die Abrundung j der letzleren mit der Zahl ihrer Erstgeborenen \ nichts zu tun hatte. Bei der zweiten Zählung j spricht die Frage der Zahl der Erstgeborenen nicht mit und dennoch ist die Zahl der Leviten auf Tausend abgerundet. Daraus darf geschlossen werden, daß auch bei der ersten Zählung der Leviten die Abrundung i ihrer Zahl auf Tausend nichts mit der Zahl j ihrer Erstgeborenen zu tun hatte.1) j 1) Die Zählung der Israeliten erfolgte zwecks; Verteilung des Landes auf die über 20 Jahre alten \ männlichen Israeliten; dieselbe erforderte also j Genauigkeit Es scheint aber vergeblich versucht j worden zu sein, sie auch nur auf ein halbes Hundert j genau vorzunehmen. Nur beim Stamme Gad finden; wir eine Abrundung auf 50. Die Zahl der anderen Stämme ist nur auf 100 abgerundet. Bei der zweiten Zählung scheint man sogar u. zw. beim ersten Stamme (Rüben) versucht zu haben, eine Genauigkeit bis auf 10 zu erreichen. Die Schwierigkeit war aber wohl so groß, daß man sich bei den anderen Stämmen wieder mit der Abrundung auf 100 begnügte. (Übrigens bildete auch Gad einen Teil des Heerlagers Rubens). Sie erklärt sich leicht \ aus der Unsicherheit bezüglich Geburts- und Sterbestunden. Wären auch die Altersklassen unter i 20 Jahre gezählt worden, dann wäre vielleicht nicht einmal eine Genauigkeit bis auf 100 zu erreichen gewesen. So erklärt sich leicht, daß man sich bei den Leviten, die kein Land bekamen, bei denen es also auf Genauigkeit nicht ankam, mit der Abrundung \ auf 1000 begnügte. Die Verteilung des Landes be- [ gann allerdings erst 39 Jahre später, bei ihr aber : spielte die erste Zählung eine Rolle, (Siehe Er-; klärung Raschis zu 4. ß. M„ Kap. 26, V. 55). Der i Zusammenhang der Zählung der Israeliten mit der ■ Landesverteilung, im Gegensatz zur Zählung! Es liegt daher keine Veranlassung vor, anzunehmen, daß die Zahl der Erstgeboi*enen der Leviten nur 300 betragen hat, bezw. daß die Fruchtbarkeit bei den Frauen der Leviten eine wesentlich andere gewesen sei, als bei den Frauen der anderen Stämme. Dem braucht auch nach der anderen Seite hin die geringe Zahl des Stammes Levi nicht zu widersprechen. Als geistig höher stehende Kaste mögen die Leviten mehr unter sich geheiratet und daher häufiger in Einehe gelebt haben, als die übrigen Stämme, die, weniger hoch stehend, sich leichter mit anderen semitischen Stämmen verschwägert, und sich so durch häufigere Einehe schneller vermehrt haben mögen. Der verschiedenen Größe der Stämme braucht also keine verschieden große Fruchtbarkeit der Frauen zugrunde zu liegen. Häufigere Einehe und höheres Heiratsalter des Mannes — das bei einem Lehrstande sehr erklärlich wäre — könnten sie bewirkt haben. (Ohne besonders häufige Vielweiberei im Stamme Menasse ist die Vermehrung desselben während der Wüstenwanderung um 64% gegen nur 3% Vermehrung bei dem größten Stamme (Judah) und 29% Vermehrung bei den Stämmen Benjamin und Asser, die sich nach Menasse am stärksten vermehrten, unter sonst gleichen Lebensbedingungen kaum zu erklären Natürlich läßt sie sich der Leviten, wird besonders hervorgehoben in 4. B. M. Kap. 26, V. 62: „Und es betrugen ihre (der Leviten) über einen Monat alten gezählten Männlichen 23 000, denn sie wurden nicht mitgezählt unter den Kindern Israels, weil ihnen kein Erbteil unter den Kindern Israels gegeben wurde." Hier erscheint das „denn" hinter der Zahl 23 000 direkt als Begründung ihrer Abrundung. Diese für die zweite Zählung gegebene Begründung wird auch bei der ersten vorhanden gewesen sein. J) Man soll die Wirkung der Vielehe in einem ganzen Stamm (oder gar in einem ganzen Volk) aber nicht überschätzen: Sklaven und mehrere

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.