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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 139

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Die Berufszählung in München im Jahre 1907
Date
1913-10-01
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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— 139 - Erschwerung der Existenzbedingungen der in ihnen tätigen Juden statt, teilweise vielleicht auch eine Depossedierung. Da Industrie und Handel diejenigen Berufszweige sind, in denen die Juden hauptsächlich beruflich tätig sind, so sollen einige wichtige Gruppen dieser beiden Berufsabteilungen besonders betrachtet werden. 18S2 1895 1907 absolut in % absolut in % absolut in % Nahrungs- und Genußrnittei..... 46 3,18 125 4,82 135 4,00 Bekleidung und Reinigung...... 81 5,61 199 7,68 193 5,76 13 0,90 27 1,04 50 1,49 Waren- und Produktenhandel im stehen- 769 53,32 1334 51,86 1657 49,46 133 9,22 109 4,20 91 2,71 10 0,69 9 0,34 7 0,24 67 4,64 180 6,94 170 5,07 Das Bild, das uns diese Zahlenreihen entwerfen, ist nicht erfreulich. Mit Ausnahme des Kunstgewerbes ist in jeder der aufgeführten Berufsgruppen der Anteil der in ihnen erwerbstätigen Juden gesunken, in zweien, nämlich in der Industrie der Bekleidung und Reinigung und im Geld- und Kredithandel ist sogar eine absolute Abnahme zu konstatieren, die in der letzteren Gruppe sich auch schon im Jahre 1895 gegenüber 1882 gezeigt hatte — eine Folge der immer stärkeren Konzentration im Bankgewerbe. Welche Gründe nun im einzelnen für den Rückgang der betreffenden Berufsgruppen maßgebend sind, die allgemeine ungünstige Wirtschaftslage oder die Erschwerung der Niederlassung von Ausländern, die in einzelnen besonders stark vertreten sind, oder endlich Ausweisungen von Ausländern, läßt sich nur durch eine Untersuchung an Ort und Stelle ermitteln. Es mag genügen, festgestellt zu haben, daß wichtige Gebiete der industriellen und handelsgewerblichen Betätigung für die Münchner Juden an Bedeutung verlieren. Die soziale Schichtung der Münchner Juden, die sich aus ihrer Stellung im Berufe ergibt, erhellt folgende Zusammenstellung. Berufszählung Hauptberufsabteiiung A-C1) Hauptberufsabteilung E2) a3) j In <y0 b*) jin % c5) in % a : in % : b in % : c in % 1882 1895 1907 799 61,51 300 j 23,10 1296 | 58,17! 523 j 23,47 1456 | 51,18 j 684 | 24,03 200 1 15,39 409 j 18,36 705 1 24,79 97 70,80 i 37 | 27,01! 3 185 71.43 1 73 } 28,18 j 1 415 84,86 j 57 11,66 j 17 2,19 0,39 3,48 i) Landwirtschaft, Industrie, Handel und Verkehr. 2} Oefftntlicher Dienst und freie Berufe. 3a) Selbstständige Erwerbstätige. 4 b) Technisch- und kaufmännisch gebildetes Verwaltungs-, Aufsichts- und Bureau-Personal. 5C) Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter. Wie wir bereits an anderer Stelle festj Berufszweigen Landwirtschaft, Industrie, gestellt haben, sinkt unter den erwerbstätigen j Handel und Verkehr eine ununterbrochene deutschen Juden seit 1882 der Anteil der j Abnahme auf. Es waren von je 100 Juden Selbständigen und es steigt der Prozentsatz j selbständig im Jahre 1882 61,51, im Jahre der Angestellten. Auch in München weist j 1895 58,17 und im Jahre 1907 51,18. Gedie Schicht der Selbständigen in den drei j wonnen hat aber in München nicht so sehr

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